Stillstehen üben

Es gibt verschiedene Situationen und Gründe, warum das Pferd still stehen soll. Dazu gehören Untersuchungen durch den Tierarzt, Hufpflege durch den Schmied, Putzen, Auftrensen, Satteln und Aufsteigen. Pferden liegt das Stillstehen nicht im Blut. Von Natur aus sind Pferde Lauf- und Fluchttiere, die das Stillstehen also erst noch lernen müssen. Deshalb zählt auch das Stillstehen üben zu den wichtigen Grundübungen bei der Bodenarbeit. Ziel dabei ist es, dass das Stillstehen zu etwas Selbstverständlichem für das Pferd wird.

Wenn Sie Ihr Pferd angebunden haben, sollten Sie jegliches Rumhampeln, Am-Strick-Reißen und Scharren durch das deutliche Kommando „Steh!“ sofort unterbinden. Lassen Sie es dabei jedoch nicht zu einem Kräftemessen kommen. Steigern Sie die Anbinde-Zeit in Abhängigkeit vom Temperament Ihres Pferdes langsam.




Reden, loben und belohnen Sie Ihr Pferd, wenn es seine Sache gut gemacht hat.

Stillstehen lässt sich dem Pferd meist besonders gut beibringen, wenn andere Pferde, die das Stillstehen bereits beherrschen, neben ihm angebunden sind und so Sicherheit geben.

Beachten Sie bitte, dass Pferde nie mit Trense angebunden werden dürfen und dass man nie ein Pferd anbindet, während andere Pferde umherlaufen.

Stillstehen beim Führen trainieren

Statten Sie Ihr Pferd für das Üben des Stehenbleibens mit Halfter (Knotenhalfter) und Führstrick aus. Sie selbst nehmen eine Gerte als Hilfsmittel in Ihre linke Hand. In der rechten Hand nehmen Sie den Führstrick. Gehen Sie mit Ihrem Pferd ein Stückchen und fordern Sie es dann durch Nutzung eines Stimmkommandos zum Stehenbleiben auf. Dabei können Sie beispielsweise „Steh!“, „Stopp!“, „Halt!“ oder „Whoa!“ verwenden. Unterstützend zupfen Sie gleichzeitig mit der rechten Hand kurz am durchhängenden Führstrick und heben Ihren linken Arm mit der Gerte an. Halten Sie die Gerte schräg vor den Kopf Ihres Pferdes.

Wenn Ihr Pferd nicht wie gewünscht reagiert, wiederholen Sie das Kommando zum Stehenbleiben, geben erneut den Impuls mit der rechten Hand und tippen dem Pferd dieses Mal mit der Gerte ganz leicht auf die Nase. Dabei müssen Sie darauf achten, dass das Pferd nicht zur Seite ausbricht, sondern in der Bewegungsrichtung stehen bleibt.

Das Pferd sollte nach dem Stehenbleiben auf keinen Fall direkt wieder antreten. Weisen Sie es an, für einige Zeit stillzustehen. Währenddessen positionieren Sie sich selber im weitmöglichsten Abstand neben dem Pferd.

Falls sich das Pferd während der Phase des Stillstehens, noch unaufmerksam zeigt, sollten Sie die rechte Hand, die den Führstrick hält, auf Höhe Ihrer Taille oder Brusthöhe anheben. Zur Unterstützung Ihrer fordernden Haltung können Sie außerdem auch die linke Hand mit der Gerte anheben.

Bei sehr unruhigen Pferden sollten Sie mit einer Standzeit von einer halben Minute beginnen, die Sie im Laufe des regelmäßigen Trainings zum Stillstehen auf eine Gesamtzeit von fünf Minuten steigern.

Langfristig soll das Pferd ohne jegliches (Extra-)Kommando neben Ihnen stehenbleiben, wenn Sie beim Führen anhalten.

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