Fahrausbildung / Fahrunterricht

Wer das Fahren mit Pferden / Gespannpferden erlernen möchte, der begibt sich auf eine etwas längere „Reise“, die von vielen positiven, freudigen Erlebnissen und Erfahrungen, aber auch von einigen Enttäuschungen und Rückschlägen geprägt ist. Wie das Reiten ist auch das Fahren mit Pferden / Gespannpferden bzw. die Fahrausbildung ein langwieriger Prozess des Lernens und Entwickelns, der nie so ganz abgeschlossen ist.

Die Fahrausbildung für das Fahren mit Pferden / Gespannpferden gliedert sich wie die Fahrausbildung für das Fahren von Kraftfahrzeugen grob in Theorie und Praxis, wobei es bei der Ausbildung für das Fahren mit Pferden / Gespannpferden zusätzlich auch noch einen kombinierten theoretisch-praktischen Teil gibt.

Der theoretische Fahrunterricht wird in der Regel zweckmäßig in einem schulähnlichen Unterrichtsraum geeigneter Größe abgehalten. Dabei werden zur Veranschaulichung des theoretischen Lehrstoffes verschiedene Lehrtafeln, Filmmaterial und ähnliches eingesetzt. Teilweise beziehen Fahrlehrer auch Angehörige typischer Pferdeberufe bzw. von Berufen, die in wichtigem Zusammenhang mit den Pferden stehen, in den theoretischen Fahrunterricht mit ein. Dazu werden zu ausgewählten Theoriestunden Fachleute wie Hufschmiede, Tierärzte oder ähnliches eingeladen. Auf diese Weise erhalten die Fahrschüler fundierte Fachkenntnisse aus erster Hand und erfahren einen interessanten, wertvollen und aufgelockerten theoretischen Fahrunterricht.




Im theoretisch-praktischen Fahrunterricht stehen Wissensgebiete wie Pferdepflege, Stalldienst und Geschirrpflege auf dem Lehrplan. Diese Wissensgebiete werden in Abhängigkeit vom jeweilig behandelten Thema vom Fahrlehrer meist direkt in den entsprechenden Räumlichkeiten abgehalten. So kann der Fahrunterricht zur Geschirrpflege beispielsweise in der Geschirrkammer durchgeführt werden, wo sofort die praktische Anwendung des theoretisch vermittelten Wissens durch den Fahrlehrer überprüft werden oder der Fahrlehrer auch direkt auf Anschauungsmaterial zugreifen kann, um seine theoretischen Ausführung durch praktische Vorführung zu ergänzen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Fahrlehrer den praktischen Fahrunterricht nur beim Fahren selbst erteilen kann. Für den praktischen Fahrunterricht wird ein sehr erfahrenes und damit besonders geeignetes Pferdesgespann eingesetzt. Wagenpferde, die für den praktischen Fahrunterricht verwendet werden, zeichnen sich in der Regel durch ein ausgeglichenes Temperament, eine bereitwillige, leichte Hilfenannahme, eine gewisse Robustheit und Fähigkeit zur Anpassung aus. Die ersten „Schritte“ im praktischen Fahrunterricht finden selbstverständlich nicht auf der Straße / im Verkehr statt, sondern auf einem geeigneten abgegrenzten Übungsplatz.

In der Fahrausbildung für das Fahren mit Pferden / Gespannpferden von Anfängern werden verschiedene Ziele angestrebt. So soll der Fahranfänger durch die Fahrausbildung die erforderlichen Grundkenntnisse aller Gebiete der Pferdekunde erwerben, das Achenbach-System mit seinen Leinengrundsätzen und Anspannungsgrundsätzen erlernen, sich theoretisches und praktisches Wissen der Geschirrlehre und Geschirrpflege aneignen und die Verkehrsbestimmungen für Gespanne (inklusive Tierschutz, Naturschutz) vermittelt bekommen. Weiterhin sollte der Fahranfänger durch die Fahrausbildung in der Lage sein, einen Zweispänner nach dem Achenbach-System zu führen.

In der fortgeschrittenen Fahrausbildung geht es später dann um den Erwerb der notwendigen Kenntnisse, die im Rahmen der verschiedenen Fahrabzeichen definiert sind. Die jeweiligen Anforderungen und Ziele hängen dabei vom Kenntnis- und Erfahrungsstand des Fahrschülers und vom anvisierten Fahrabzeichen ab.

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