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Skelett des Pferdes

Skelett des PferdesDas Pferdeskelett setzt sich aus verschiedenen Knochen zusammen, die zum Teil beweglich und zum Teil unbeweglich miteinander verbunden sind. Knorpelige Pufferzonen stellen an den jeweiligen Berührungspunkten reibungsloses Gleiten oder eine elastische Verbindung sicher.

Das Skelett des Pferdekörpers wird in drei Teile untergliedert:

  • Kopfskelett
  • Rumpfskelett (auch Skelett des Stammes)
  • Skelett der Gliedmaßen

Kopfskelett

Pferdeschädel - KopfskelettDer Pferdeschädel – das Kopfskelett – setzt sich aus verschiedenen Knochenplatten zusammen, die gemeinsam die Kopfform des Pferdes festlegen. Zwischen den einzelnen Pferderassen gibt es hierbei minimale Unterschiede. Insgesamt zeichnen sich die Proportionen des Pferdeschädels durch einen auffallend langen, beinahe rüsselansatzartigen Gesichtspart aus.

Das Kopfskelett wird grob in Oberkiefer mit Gesichtsschädel und Unterkiefer aufgeteilt. Die Partien des Schädels sind durch gezackte Knochennähte miteinander verzahnt, die dem Schädel ein Dehnungswachstum ermöglichen. Insgesamt besteht der Pferdekopf aus 37 einzelnen Knochen, die teilweise durch gezackte Ränder starr miteinander verbunden sind. In der Schädelhöhle ist das empfindliche Gehirn sicher geschützt. Außerdem gibt es noch die Stirnhöhle, die Kieferhöhle (Maulhöhle) und die Nasenhöhle. Zwischen Oberkiefer und Unterkiefer besteht eine Gelenkverbindung (Kiefergelenk). Die Maulhöhle bzw. Kieferhöhle wird an beiden Seiten von den Reihen der Backenzähne flankiert. Vorne wird die Maulhöhle von den Schneidezähnen begrenzt.

Rumpfskelett / Skelett des Stammes


Wirbelsäule, Rippen und Brustbein bilden gemeinsam das Rumpfskelett des Pferdes. Die Wirbelsäule verläuft vom Hinterkopf bis zur Schweifrübe. Dabei sind die einzelnen Wirbel mit Gelenken, elastischen Bändern und Muskeln verbunden. Die Wirbelsäule stellt die Verbindung zwischen Vorderbeinen und Hinterbeinen her und überträgt die kraftvollen Bewegungen von hinten nach vorne. Zudem muss sie das Gewicht der Innereien auffangen. Beim Reiten muss die Wirbelsäule zusätzlich noch das Gewicht des Reiters aufnehmen. – Bei einem normalentwickeltem Pferd und einem gewichtsmäßig dazu passenden Reiter tragen Wirbelsäule und Krümmungen im Hals die Last problemlos – ohne dass das Pferd Muskelkraft hierfür aufbringen müsste. Die Wirbelsäule besteht aus mehreren Wirbelgruppen, die unterschiedlich geformte Wirbelknochen aufweisen. An den Fortsätzen der Wirbelknochen setzen die Muskeln, Sehnen und Bänder an. Knorpelscheiben, die jeweils zwischen den Wirbelknochen eingelagert sind, verleihen der Wirbelsäule Elastizität. Der Hauptnervenstrang - das Rückenmark - verläuft durch den Hohlraum der gereihten Wirbelknochen und ist damit vor äußeren Einflüssen geschützt. Die Wirbelsäule teilt sich in unterschiedliche Abschnitte ein: Halswirbel (7), Brustwirbel (18), Lendenwirbel (5-6), Kreuzwirbel (5) und Schwanzwirbel (18-21).

Die Halswirbelsäule weist eine starke Beweglichkeit nach oben, unten und zur Seite auf.

Die Lendenwirbelsäule ist biegsam. Die Kreuzwirbel sind hingegen zu einer festen Knochenbrücke verwachsen, an welcher die Beckenschaufeln ansetzen.

Direkt hinter dem Ansatz des Pferdehalses liegt der Widerrist. Anatomisch günstig ist ein hoher und langer Widerrist, der ein Durchsinken des Pferderückens verhindert und die Rückenpartie verkürzt.

Aus Wirbelsäule, Rippen und Brustbein setzt sich der Brustkorb zusammen. Der Brustkorb wird auf beiden Seiten von jeweils 18 gebogenen Rippen gebildet. Die jeweils 8 vorderen Rippen werden als Tragrippen bezeichnet, die eine direkte Verbindung über Knorpelfortsätze mit dem Brustbein haben. Die 10 hinteren Rippen werden als falsche Rippen oder Atmungsrippen bezeichnet. Sie bilden mit ihren aneinander gelegten Knorpelenden den elastischen Rippenbogen, der sich an das Ende des Brustbeins anschließt. Im Brustkorb liegen Herz und Lunge des Pferdes. Idealerweise ist der Brustkorb lang ausgeformt und bietet so ausreichend Raum für die beiden lebensnotwendigen Organe.

Skelett der Gliedmaßen

Beim Skelett der Gliedmaßen wird nach dem Skelett der Vordergliedmaße und nach dem Skelett der Hintergliedmaße unterschieden.

Das Skelett der Vordergliedmaße entspricht ungefähr dem Skelett des menschlichen Arms. Es besteht aus Schulterblatt, Oberarmbein, Unterarmbein, Vorderfußwurzelgelenk, Röhrbein, Fesselbein, Kronbein und Hufbein. Da im Unterschied zum Menschen Schulterblatt und Oberarmbein beim Pferd nicht gelenkig mit dem Brustkorb verbunden sind, hat das Pferd kein Schlüsselbein. Die Streckbewegung der Vordergliedmaße erfolgt aus diesem Grund überwiegend nach vorn und hinten. Bei allen Gliedmaßen des Pferdes gibt es eine starke Begrenzung der Seitenbewegung nach rechts und links (zu sehen beim Seitengang Traversale). Weil das Pferd ein Geradeausläufer ist und daher kaum Drehbewegungen mit den Gliedmaßen ausführt, sind Elle und Speiche beim Pferd fest miteinander verwachsen (beim Arm des Menschen machen Elle und Speiche die Drehbewegungen möglich).

Das Vorderfußwurzelgelenk, das teilweise auch fälschlich als Vorderknie bezeichnet wird, kann in etwa mit dem menschlichen Handwurzelgelenk gleichgesetzt werden. Es besteht aus einer Vielzahl kleiner miteinander korrespondierender Knochen.

Das Röhrbein des Pferdes mit seinen beiden an der Rückseite verwachsenen Griffelbeinen entspricht dem Mittelhandknochen des Menschen (Mittelfinger, Zeigefinger und Ringfinger). Fesselbein, Kronbein und Hufbein des Pferdes sind identisch mit dem menschlichen Mittelfinger.

Vorderbeine und Rumpf des Pferdes sind lediglich durch Muskeln miteinander verbunden. Die Beweglichkeit der Vorderbeine, die Schrittlänge und die Elastizität zum Abfangen der Stöße werden dabei maßgeblich von der Länge und Schrägheit der Schulterblätter bestimmt. Bei den unteren Teilen des Vorderbeins dienen Gelenke zur Verbindung und straffe Bänder zur Begrenzung. – Aus diesem Grund kann das Pferd die Knochen des Fußes zwar beugen und strecken, aber nur minimal drehen. Bei den Vorderfußknochen gibt es einen Unterschied zwischen Ponys und Großpferden. – Großpferde haben an dieser Stelle Röhrenknochen und Ponys robustere Flachknochen, die einer größeren Belastung standhalten können.

Das Skelett der Hintergliedmaße des Pferdes setzt sich aus dem starren Becken (fest mit dem Kreuzbein verwachsen), dem Oberschenkelbein mit Kniescheibe, dem Unterschenkelbein (bestehend aus Schienbein und Wadenbein), dem Sprunggelenk (entspricht der menschlichen Ferse) und der Zehengliedmaße zusammen. Die Zehengliedmaße ist in etwa mit dem zentralen Mittelfußknochen und der Mittelzehe des Menschen vergleichbar. Sie endet im Huf, der dem Fußnagel des Menschen entspricht.

Die Hinterbeine des Pferdes weisen eine Besonderheit auf: Die Kniescheibe ist beweglich und kann durch das Kniescheibenband in eine Ausbuchtung eingehakt werden. Auf diese Weise kann das Pferd das Kniegelenk ohne Energie zu verbrauchen oder zu ermüden feststellen. Beobachten kann man dieses, wenn das Pferd schläft oder döst und in völliger Entspannung mit leicht angewinkeltem Hinterbein dasteht.


Knochen und Gelenke im Detail

Lesen Sie jetzt mehr über den Aufbau und die Funktionen der Knochen und Gelenke, die u.a. zusammen mit den Muskeln und Sehnen den Bewegungsapperat des Pferdes bilden.