Praktische Pferdefütterung: Nervöse Pferde
Es gibt Pferde, die sehr nervös sind. Insbesondere in ungewohnten Situationen oder aufregenden Momenten wie bei Turnieren, neigen derartig nervöse Pferde zum Schäumen, zum Schwitzen und zu Unruhe. In diesem Zustand lassen sie sich oft nur schwer kontrollieren. Andere überempfindliche Vertreter reagieren auf derartigen Stress mit Durchfall, der an Kuhfladen erinnert und verändern ihr Wesen vollkommen.
Überempfindlichkeiten und Nervosität können zum Teil auf Überzüchtung und mangelnde Reife des Pferdes zurückgeführt werden. Vor allem bei Vollblütern trifft dieses häufig zu. Auf Turnieren kommen dann noch fremde Umgebung, eine laute Geräuschkulisse, unbekannte Gerüche, viele Menschen und andere Pferde hinzu, was zu einer Steigerung der Unruhe im Pferd führt und noch extremeres Verhalten fördert.
Generell zeigen eine regelmäßige Dressurarbeit und gleichzeitige Vermehrung der Turnier-Erfahrungen positive Effekte bei nervösen Pferden.
Vermehrte Nervosität und Unruhe lassen bei Pferden jedoch auch darauf schließen, dass eine unausgewogene Fütterung stattfindet. Meistens erhalten die Pferde Energiefutter in Mengen, die in keinem Verhältnis zu ihrer Arbeitsbelastung stehen. Dieses trifft besonders häufig auf Pferde zu, die in Stallhaltung leben und täglich weniger als zwei Stunden Auslauf bekommen. Derartige Pferde profitieren im Idealfall davon, wenn sie mit einem Kraftfutter versorgt werden, das die enthaltene Energie langsamer freisetzt.
Es scheint so zu sein, dass die Stärke bzw. der Zucker aus bestimmten Getreidesorten wie dem Hafer schneller vom Pferdekörper verdaut wird als bei anderen Getreidesorten. Für etwa zwei Stunden nach der Fütterung kann das Pferd auf diese Energie zugreifen. Dieser Zeitraum entspricht in etwa dem, der in der Praxis oft zwischen Fütterung und Reiten eingehalten wird.
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