Strukturstoffe: Heulage - Futtermittel für das Pferd
Heulage ist ein Mittelding zwischen Heu und Grassilage. Mitunter ist statt von Heulage auch von Heusilage oder Anwelksilage die Rede. Im Futterwert und in der Verdaulichkeit liegt Heulage zwischen Gras und Silage. Das Pferd erhält durch die Heulage große Mengen an schnell verfügbarer Energie, hinzukommt, dass die Heulage sehr schmackhaft ist. Aufgrund des hohen Energieanteils sollte man bei der Fütterung von Heulage aufpassen, dass man das Pferd nicht überfüttert.
Dient die Heulage als Ersatz für Heu, hilft ein Gewichtsvergleich bei der Berechnung der Rationen. Da Heulage viel Wasser enthält ist sie schwerer als Heu. Mit der Fütterung einer im Volumen geringeren Ration Heulage erhält das Pferd die gleiche Menge Energie und Protein wie mit einer entsprechend volumenmäßig größeren Heuration. Heulage ist außerdem durch die Feuchtigkeit staubfrei. Sie eignet sich ebenfalls gut zur Fütterung von Pferden, die sensibel auf Schimmelpilzsporen reagieren.
Nachteilig bei der Verfütterung von Heulage an das Pferd, ist der geringere Anteil an Rohfaser. Zudem frisst das Pferd die komplette Heulage-Ration in einer deutlich kürzeren Zeit als eine vergleichbare Heuration, was dazu führen kann, dass das Pferd nach dem Fressen eine ganze Weile lang ohne Raufutter auskommen muss. Es empfiehlt sich deshalb, die Heulage zum Verfüttern in ein spezielles engmaschiges Heunetz zu geben. Ein weiterer Nachteil von Heulage ist, dass sie teurer als Heu ist.
Ein geöffneter Ballen Heulage muss innerhalb von drei bis vier Tagen nach der Öffnung aufgebraucht werden. Durch den Kontakt der Heulage mit dem Luftsauerstoff kommt es in Heulage nämlich rasch zu gesundheitsschädlichen Nachgärungen. Heulageballen, wo die Folie bereits vor dem Öffnen zerstört war (Löcher, Fraßstellen von Schadnagern...) sollten sofort entsorgt werden. Werden Pferde mit verdorbener Heulage gefüttert, kann dieses schwere Verdauungsstörungen verursachen. Wenn die Heulage mit Botulismusbakterien kontaminiert ist, kann der Verzehr für das Pferd sogar mit dem Tod enden.
Bevor Sie Heulage kaufen, sollten Sie sich zunächst erkundigen, wie die Heulage gewonnen wurde. Daneben kann vor dem Erwerb auch eine Analyse im Labor ratsam sein (beim Kauf großer Mengen), um ein genaues Urteil zur Qualität fällen zu können. Für die Haltbarkeit der Heulage ist die richtige Gärung wichtig, die gleichzeitig auch maßgeblich entscheidend für ihre Eignung als Pferdefutter ist.
Heulage, die an Pferde verfüttert werden soll, sollte eine Trockenmasse zwischen 45% und 65% haben (ideal sind 55-65%). Der pH-Wert sollte sich zwischen 4,5 und 5,8 befinden. Bei einem pH-Wert, der 6 übersteigt, ist die Heulage nicht sauer genug. In diesem Fall kann die Heulage die Entwicklung von potentiell tödlichen Mikroorganismen nicht zuverlässig hemmen.
Gelegentlich wird Heulage speziell für die Fütterung von Pferden produziert. Dazu wird das Gras nach dem Schnitt bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von circa 45% getrocknet und anschließend in Ballen gepresst, die mit einer starken Plastikfolie luftdicht umwickelt werden. Durch den milchsauren Gärprozess wird das Gras dann konserviert. Auch aus Luzerne kann Heulage hergestellt werden.
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