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Pferd und Mensch

Wie und wo die Beziehung zwischen Mensch und Pferd begonnen hat, ist heute noch nicht ganz geklärt. – Man geht davon aus, dass es wahrscheinlich um 3500 vor Christus Steppenvölker Asiens waren, die in Osteuropa zwischen Wolga-Mündung und Aralsee die ersten Wildpferde eingefangen und gezähmt haben. Etwa zur selben Zeit wurde auch in anderen Gebieten Europas und in Nordafrika der Nutzen der Pferde erkannt.
                        Pferde und Menschen
Die Pferde wurden zu Anfang ohne Sattel und Bügel geritten und mit einem Hanfseil dirigiert. Zudem nutze man das Pferd als Lastenträger. Räder waren zu dieser Zeit in der Steppe Asiens noch nicht bekannt, deshalb wurden die Pferde vor ein simples Stangengestell gespannt, das sie hinter sich her schleiften.

Ein neues Zeitalter der Beziehung zwischen Mensch und Pferd brach an, als man dazu überging, das Pferd im Krieg einzusetzen. So gelang es den Hethitern mit ihren Kriegswagen dank des Pferdes bis nach Kleinasien vorzudringen. Die Churriter schufen das Reich von Mitanni. Im Jahr 1600 vor Christus fielen die Hyksos in Ägypten ein. – Dort war das Pferd noch nicht bekannt. Die Skythen – ein furchtloses Reitervolk – drangen um 900 vor Christus bis an den Donauraum vor. Um 700 vor Christus dehnten die Kelten Ihren Einflussbereich über ganz Westeuropa aus. – Immer bei ihnen war das so genannte "Keltenpony", das so letztendlich sogar bis auf die britischen Inseln und bis nach Spanien kam. Spuren dieser Rasse finden sich heute beispielsweise noch im Welsh Mountain Pony. Wild lebende Herden in den Pyrenäen und Nordportugal erinnern auch heute noch an den Urahn.

In Nordeuropa wurde von den Germanen nach und nach das Germanenpony heraus gezüchtet. Diese Art war bis in das späte Mittelalter ein beliebtes Reittier und Tragetier. Durch die Grenzberührungen der keltischen und germanischen Gebiete gab es manchmal auch Mischformen aus Keltenpony mit südlicher Prägung und Germanenpony mit nördlicher Prägung.

Um 900 begannen die Wikinger mit der Besiedlung von Island und brachten auch das Germanenpony auf die Insel. In einem späteren Eroberungszug brachten die Wikinger dann auch das Keltenpony ins Land. Die nachfolgenden 1000 Jahre kamen keine weiteren Pferderassen nach Island. Noch heute ist das Islandpony eine beliebte Pferderasse, die in Island auch noch in wild lebenden Herden anzutreffen ist.

In der heutigen Zeit gibt es eine große Vielzahl an unterschiedlichen Pferderassen mit ganz verschiedenen Eigenschaften. – Von kleinen Ponys über sportliche Exemplare bis hin zum massiven Arbeitspferd. Entstanden sind all diese Rassen durch die Zuchtauswahl der Menschen.

Unersetzliche Helfer des Menschen sind die Pferde in unserer modernen Zeit nur noch selten. Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd hat sich weitgehend gewandelt und so sehen wir die edlen Tiere heute verstärkt als treue Freizeitkameraden.



Geschichte und Entwicklung des Pferdes