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Trabrennen - Wagenrennen der Moderne


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TrabrennenTrabrennen finden wie Galopprennen auf speziellen Rennbahnen statt. Dabei sitzt der „Jockey“ allerdings nicht auf dem Pferd, sondern hinter dem Pferd in einem leichten Wagen mit zwei Rädern, der als Sulky bezeichnet wird. Das Pferd, welches als Erstes in der vorgegebenen Gangart über die Ziellinie läuft, gewinnt das Rennen. Zusätzlich zu den beschriebenen Trabrennen „vor dem Sulky“ gibt es in Frankreich auch Trabrennen, die wie Galopprennen „unter dem Sattel“ durchgeführt werden.

Bei den ersten Trabrennen handelte es sich um von Bauern organisierte Veranstaltungen, bei denen die Pferde in den Gangarten Pass oder Trab gingen. Die Entwicklung der Trabrennen im eigentlichen Sinne begann im 19. Jahrhundert – zeitgleich in den USA und in Europa. In den USA waren die Passrennen jedoch beliebter als die Trabrennen, was zu einem eigenen Rennsystem führte. Die Entwicklung professioneller Rennsysteme im Trabrennsport ist der französischen Société du Cheval und der United States Trotting Association (beide 1864 gegründet) zu verdanken. Ein zügiger Anstieg der Beliebtheit der Trabrennen war durch die Einführung der Rennwette zu verzeichnen. Zu den bekanntesten und renommiertesten Veranstaltungen im Trabrennsport zählen das Nat Ray (New Jersey, USA), der Trot Monidal (Montreal, Kanada) oder der Prix d’Amérique (Vincennes, Frankreich).

Trabrennen - dicht an dicht


Ablauf eines Trabrennens:

Die Startreihenfolge ergibt sich durch das Handicap, welches anhand von Platzierungen aus vorangegangenen Rennen ermittelt wird. Grundsätzlich wird zwischen Autostarts (fliegenden Starts) und Bänderstarts (stehenden Starts) unterschieden. Bei einem Autostart werden die besten Pferde außen aufgestellt und so beim Start benachteiligt. Im Fall eines Bänderstarts müssen die besten Pferde bis zu 100m weiter laufen. Die übliche Renndistanz liegt bei Trabrennen bei einer Runde. Wenn es sich um eine kleinere Bahn handelt, kann ein Rennen auch über zwei Runden gehen. Die Rennen werden gefilmt und zusätzlich von einem Auto begleitet, in dem ein Rennrichter (manchmal unterstützt von Stewards) sitzt, um kontrollieren zu können, ob alle Pferde die Gangart einhalten. Falls mehrere Pferde zeitgleich ins Ziel einlaufen, hilft wie beim Galopprennen ein Zielfoto bei der Ermittlung des Siegers.

Bei Trabrennen werden falsches Verhalten und Gangartfehler bestraft, wobei es dabei große Unterschiede zwischen dem Vorgehen in Europa und dem in Nordamerika gibt. Während in Europa ein Pferd, das zu lange in der falschen Gangart läuft, disqualifiziert wird, wird es in Nordamerika nur um einen Platz zurückgestuft. Die Fortsetzung des Rennens ist möglich, wenn das Pferd auf die Außenbahn wechselt und dort wieder zu vorgeschriebener Gangart übergeht. Wenn ein Pferd in Europa ein anderes Pferd anrempelt, erfolgt der Ausschluss vom Rennen. In Nordamerika wird dieses Pferd lediglich hinter dem angerempelten Pferd platziert.

Aufgabe des Fahrers ist es, sein Pferd bis zum richtigen Moment zurückzuhalten, in dem das Pferd seine ganze Kraft optimal entfalten kann. Außerdem muss er das Pferd dazu bringen, seinen Raumgriff zu erweitern – ohne dabei aus dem Gleichgewicht zu kommen oder anzugaloppieren.