Die Pferderasse der Camargue Pferde ist sehr alt. Es wird vermutet, dass früher orientalisches und iberisches Blut Einfluss auf die Rasse genommen hat. Seit Jahrhunderten lebt das Camargue Pferd allerdings weitgehend unbeeinflusst in den Camargue-Sümpfen im Rhône-Delta und auf den Schotterebenen der Crau.
Die Rasse zeigt zudem Anzeichen des prähistorischen Solutré-Pferdes. Dazu gehören der große, kantige Kopf und die Rückenlinie mit ihrer sehr geraden Ausprägung.
Schon Cäsar hat Worte der Anerkennung zu den kleinen südfranzösischen Pferden, die sich durch ihre besondere Zähheit auszeichnen, gefunden.
Die französischen Viehhirten, die sogenannten Guardians, verwenden die Camargue Pferde seit Jahrhunderten, um die großen schwarzen Rinder der Gegend zu hüten. Diese Arbeit erfordert ein reaktionsschnelles, aufmerksames Pferd, das in der Lage ist, selbstständig zu arbeiten (ohne große reiterliche Einwirkung) und keine Angst vor den mitunter aggressiven Rindern zeigt.
Durch das feucht-warme Klima in Verbindung mit einem sehr eingeschränkten Nahrungsangebot und Schwärmen unangenehmer Insekten, ist eine Pferderasse entstanden, die bemerkenswert hart und robust ist. Die Camargue Pferde leben heutzutage halbwild in den Sümpfen.
Jährlich werden die Pferde zusammengetrieben. Dann erfolgt das Impfen und Brennen. Junghengste, die eine Eignung als Arbeitspferd aufweisen, werden aus der Herde entnommen und gezähmt. Auf diese Weise und aufgrund der Tatsache, dass den Camargue Pferden nur noch ein recht eingeschränktes Weideland zur Verfügung steht (Viehzäune ersetzen heute die Guardians weitgehend und schließen damit auch die Pferde von einigen Gebieten aus.), bleibt der Bestand relativ klein.
Camargue Pferde werden heute in Frankreich häufig als Pferde für Touristen angeboten und für Tagesritte oder Mehrtagesritte vermietet.
Zu den besonderen Eigenschaften der Camargue Pferde gehören ihre Härte, ihre Trittsicherheit und ihr freundlicher Charakter. Aufgrund dieser Merkmale sind die Camargue Pferde perfekte Begleiter für Ausritte oder Wanderritte. Die Rasse zeigt sich zudem sehr lernfähig, was sie auch für eine Ausbildung im Rahmen der klassischen Dressur geeignet macht. Allerdings sind die zähen Pferde auch sehr selbstständig. Behandelt man sie schlecht, zeigen sie sich sehr leicht widersetzlich und reagieren ausgeprägt stur. Wegen der besonderen Umweltbedingungen in den Sumpfregionen, neigen Camargue Pferde nicht wie die meisten Pferde zur Flucht, wenn Gefahr droht, sondern bleiben stehen. Eine blinde Flucht in Panik würde in den sumpfigen Feuchtgebieten schnell mit dem Tod enden.