Fahrgebisse – Gebisse zum Fahren

Beim Fahren mit Pferden werden andere Gebisse eingesetzt als beim Reiten. Grundsätzlich werden bei den Fahrgebissen drei unterschiedliche Arten von Gebissen unterschieden: Es gibt Fahrkandaren mit starrem Mundstück, Doppelringtrensen mit gebrochenem Mundstück und gemischte Fahrgebisse (Fahrkandaren mit gebrochenem Mundstück).

Welche Fahrgebisse bei Turnieren im Fahrsport verwendet werden dürfen, ist in der Leistungsprüfungsordnung (LPO) geregelt.

Fahrkandaren

Hinsichtlich der Gebissstange (des Mundstückes) gibt es bei den Fahrkandaren Unterschiede. So kann die Fahrkandare mit einer geraden Gebisstange, einer im ganzen gebogenen Gebissstange oder mit einer unterschiedlich ausfallenden Zungenfreiheit ausgestattet sein.




Je nachdem wie die Gebissstange der Fahrkandare ausgeführt ist, fallen Zungenfreiheit und Wirkung auf Pferdezunge bzw. die Laden des Pferdes unterschiedlich scharf aus.

Fahrkandaren mit einer geraden Gebissstange nehmen nur Wirkung auf die Zunge des Pferdes und sind entsprechend scharf. Wenn die Gebissstange der Fahrkandare leicht gebogen oder mit einer geringen Zungenfreiheit versehen ist, erfolgt eine Wirkung auf Zunge und Laden des Pferdes, was weniger scharf ist. Verfügt die Fahrkandare über eine Gebissstange mit großer Zungenfreiheit, so erfolgt nur eine scharfe Wirkung auf die Laden des Pferdes.

Fahrkandaren – Pumpgebisse

Als Pumpgebisse werden Fahrkandaren bezeichnet, wo die Kandarenbäume beweglich mit den Gebissstangen verbunden sind. Die bewegliche Verbindung soll die Maultätigkeit bei den Pferden anregen. Durch die bewegliche Verbindung erhöht sich jedoch auch das Risiko für Verletzungen an den Lefzen / Maulwinkel des Pferdes.

Gemischte Fahrgebisse (Fahrkandaren mit gebrochenem Mundstück)

Bei gemischten Fahrgebissen bzw. bei Fahrkandaren mit gebrochenem Mundstück fällt die Wirkung gegenüber einer Fahrkandare mit starrem Mundstück weicher aus, dieses gilt vor allem, wenn die Leinen in das Schaumloch geschnallt werden.

Bekannte Fahrkandaren für den Englischen Anspannungsstil:

Die Liverpoolkandare (auch: Liverpool-Kandare), die es mit starrem oder gebrochenem Mundstück gibt. Außerdem können die Seitenteile bei der Liverpoolkandare entweder beweglich oder fest angebracht sein.

Die Achenbachsche Ellenbogenkandare oder Achenbach Ellenbogen-Kandare, die wie die Liverpoolkandare auch mit starrem oder gebrochenem Mundstück angeboten wird.

Außerdem werden beim Englischen Anspannungsstil auch die Buxton-Kandare (auch: Buxtonkandare) und die Tilbury-Kandare (gelegentlich auch: Tilburykandare oder Tillbury-Kandare) eingesetzt.

Bekannte Fahrkandaren für den Ungarischen Anspannungsstil:

Die Postkandare (auch: Post-Kandare) gibt es mit starrem oder gebrochenen Mundstück. Außerdem kann die Postkandare entweder über zwei oder drei Ringe ausgestattet sein.

Fahrkandaren – Einsatz der Kinnkette

Wenn die Kinnkette verwendet wird, muss diese richtig in die an den Oberbäumen befindlichen Kinnkettenhaken befestigt werden. Die Kinnkette wird stets nach rechts ausgedreht. Das Einhaken der Kinnkette sollte so erfolgen, dass die Kandarenanzüge bei anstehender Leine einen Winkel von 45 Grad zum Maul des Pferdes bilden.

Doppelringtrensen / Juckertrense

Bei der Verwendung einer Doppelringtrense stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Schnallung zur Verfügung. Wenn die Schnallung in beide Ringe erfolgt, wird eine weiche Wirkung erzielt. Wird nur in den äußeren Ring geschnallt, wirkt die Doppelringtrense schärfer.

Es gibt verschiedene Doppelringtrensen für das Fahren mit Pferden. Dazu gehören Doppelringtrensen mit gezacktem Außenring, Esterhazy-Juckertrense oder Doppelringtrensen mit ungebrochenem Gummimundstück.

Doppelringtrensen kommen beim Ungarischen Anspannungsstil zum Einsatz.