Ab zum Pferdepsychologen

Wenn ein Pferd Verhaltensauffälligkeiten zeigt, liegt das in weit über 90% der Fälle an der falschen Haltung und am falschen Umgang mit dem Pferd.

Man sollte sich klar machen, dass Sprüche wie „heute ist er aber wieder stur“ oder „der will mich nur ärgern“ völlig unangebracht sind, denn in erster Linie müssen wir den Fehler bei uns selber suchen.

Zunächst sollte man abklären, ob gesundheitliche Probleme die Ursache für unerwünschtes Verhalten des Pferdes sind. zeigt sich ein Pferd beispielsweise dauerhaft aggressiv beim Putzen und Satteln, könnten auch Magenprobleme die Ursache sein. Nicht wenige Pferde leiden unter Magengeschwüren.

Stute mit Angelika C. SchweizerKönnen körperliche Beschwerden als Ursache  für auffälliges Verhalten ausgeschlossen werden, sollte man sich die Haltungsbedingungen und den Umgang genauer ansehen. Die reine Boxenhaltung, wie sie leider immer noch viel zu häufig anzutreffen ist, ist mit den Bedürfnissen eines Pferdes als soziales Herdenwesen und Fluchttier überhaupt nicht vereinbar. Ein idealer Nährboden für Verhaltenauffälligkeiten also. Eine klassische Verhaltensstörung, die sich bei einem Boxenpferd entwickeln kann, ist das sogenannte „Boxenlaufen“. Dabei läuft das Pferd in stundenlangem Gleichklang, bevorzugt an den Gitterstäben hin und her.

Pferde mit Verhaltensstörungen stellen nicht nur einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden dar, da ihr Wert dadurch enorm fällt, sie sind auch ein Risiko für Mensch und sich selbst, landen nicht selten beim Metzger.

Aber das müsste gar nicht sein. Braucht man dann aber gleich einen Pferdepsychologen, wenn sich das Pferd auffällig zeigt?

„Mit Sicherheit nicht“, meint Pferdeexpertin Angelika C. Schweizer, die von der Europäischen Pferdeakademie in Iffezheim als European Equine Expert/horsemanship ausgezeichnet wurde.

Geduld, lernen sich in das Pferd hinein zu versetzen und versuchen seine Sprache zu verstehen sind die Zauberformeln, so Schweizer.

Über Verhaltensstörungen und deren Vermeidung schreibt Schweizer u.a. auch in ihrem Fachbuch „Augen auf beim Pferdekauf – damit der Traum vom Pferd nicht zum Albtraum wird“.

Außerdem hilft Schweizer Menschen, die Hilfe brauchen, wenn sie absolut nicht mehr mit ihrem Pferd klar kommen.

Quelle: Angelika C. Schweizer web: www.trouble-horses.de.