Rumpf und Rücken

Die Länge des Rückens ist ein rassetypisches Merkmal. Grundsätzlich wird dabei nach quadratischen und rechteckigen Typen unterschieden. Quadratische Typen, wo Widerristhöhe und Rumpflänge ein Quadrat bilden, werden meist von Barock-, Western- und Gangpferdereitern bevorzugt. Beim Spring- und Westernreiten sind die rechteckigen Typen meist gern gesehen. Unabhängig vom Typus ist die richtige Gymnastizierung des Pferderückens von entscheidender Bedeutung für sein Wohl.




Der Pferderücken sollte eine gute Beweglichkeit in der Vertikalen und Horizontalen aufweisen und gut geschwungen sein. Zu Problemen kommt es bei tiefen Senkrücken ebenso wie bei hoch gekrümmten Rücken, die umgangssprachlich auch als „Karpfenrücken“ bezeichnet werden. Hat das Pferd einen ausgeprägt geraden Rücken, ist es häufig sehr eingeschränkt in der Bewegung und steif.

Rückenformen des Pferdes

Pferde, die zum Reiten genutzt werden, sollten einen nicht zu langen und nicht zu breiten Rücken aufweisen. Wichtig ist außerdem, dass der Pferderücken von einer starken und flachen Muskulatur bedeckt ist. Der Widerrist des Pferdes sollte höher als die Kruppe sein. Weiterhin sollte der Übergang vom Rücken n den Widerrist in einer geraden Linie verlaufen.

Fehlerhaft geformte Pferderücken

  • Senkrücken
    Der Senkrücken stellt eine Art Hohlkreuz beim Pferd dar. In der Regel ist ein Senkrücken weniger belastbar. Außerdem ist die Sattellage beim Senkrücken meist schlecht, weil der Senkrücken meist ein leichtes Verrutschen des Sattels nach hinten begünstigt.
  • Karpfenrücken
    Beim Karpfenrücken ist der Rücken des Pferdes leicht nach oben gewölbt. Diese Pferderücken lassen sich meist kaum zum Schwingen bringen.
  • Matter Rücken
    Als matter Rücken wird ein Pferderücken bezeichnet, der keinen geraden Verlauf beim Übergang vom Rücken zur Kruppe zeigt. Der Übergang von Rücken zur Kruppe verläuft stattdessen leicht abgesenkt. Pferde mit einem matten Rücken können über eine geringere Tragfähigkeit verfügen.
  • Langer Rücken
    Wenn das Pferd einen zu langen Rücken hat, kann es oft nicht weit genug mit seinen Hintergliedmaßen unter den Rumpf untertreten, was bedeutet, dass das Pferd nicht so gut in der Lage ist, das Reitergewicht zu tragen.
  • Kurzer Rücken
    Wenn Pferde einen kurzen Rücken haben, fällt es ihnen oft schwer, diesen zum Schwingen zu bringen. Dieses kann für den Reiter sehr unangenehm sein. Pferde mit einem kurzen Rücken zeigen außerdem häufig nur kurze Bewegungen, die zu wenig raumgreifend sind.
  • Überbautes Pferd
    Bei einem überbauten Pferd ist die Kruppe höher ausgebildet als der Widerrist. Das Pferd belastet deshalb die Vorhand zwangsläufig stärker, was eine Aufrichtung des Pferdes erschwert. Jagdreiter und Springreiter empfinden überbaute Pferde oft nicht als gravierend mit Mängeln behaftet, weil insbesondere überbaute Pferde besonders häufig ein Springvermögen aufweisen, das über dem Durchschnitt liegt.