Familie: Pferde

Familie Pferde
Equidae

Die Familie der Pferde (Equidae) aus der Überfamilie der Pferdeartigen (Equoidea) besteht aus nur einer Gattung – aus der der Pferde (Equus). Hinzukommen als Untergattungen die Echten Pferde (Equus im engeren Sinn), die Echten Zebras (Hippotigris), die Grévyzebras (Dolichohippus), die Esel (Asinus) und die Halbesen (Hemionus).

Verbreitung
Die Familie der Pferde gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Dementsprechend sind Pferde auch in den unterschiedlichsten Lebensräumen anzutreffen. Sie bewohnen dürftig bewaldete Regionen und Waldsteppen ebenso wie Halbwüsten und Wüsten in Asien, Afrika, Amerika und Europa.




Anatomie
Das besondere Merkmal der Pferde ist die Einhufigkeit. – Lediglich die mittlere Zehe ist erhalten und endet in einem Huf. An die zweite und dritte Zehe erinnert nur noch ein Rest.

Die Kopf-Rumpflänge kann bei den Pferden bei über zwei Metern liegen und auch in der Widerristhöhe kann annähernd ein Wert von zwei Metern erreicht werden. Aufgrund ihrer langen Beinen und dem stark ausgeprägten Sprunggelenk sind Pferde hervorragende Läufer. Sie bevorzugen deshalb die Flucht zur Verteidigung, ansonsten stehen ihnen Hufschläge und Bisse zur Abwehr von Feinden zur Verfügung. Geruchs- und Gehörsinn sind bei den Pferden sehr gut entwickelt, was eine frühzeitige Wahrnehmung von Gefahren ermöglicht.

Der Pferdekopf ist länglich und besitzt weit nach hinten versetzte Augen. Die Ohren verlaufen in Form einer Tüte nach oben. Das Pferdegebiss setzt sich aus 36 bis 40 Zähnen. Die Oberlippe der Pferde ist äußerst beweglich, weich und sehr gut entwickelt.

Feinde
Neben dem Wolf ist der Mensch der größte Feind des Pferdes. – Aus Angst davor, dass die Wildpferde die unter Anstrengung gezähmten Hauspferde wieder in die Wildnis entführen könnten, hat der Mensch in vielen Regionen bewusst alle Wildpferde ausgerottet.

Lebensweise

Pferde sind ausgesprochen gesellige Tiere, die in Herden von bis zu zehntausend Tieren zusammenleben. Eine solche Herde setzt sich dann wiederum aus einzelnen Familienverbänden zusammen, wo der Hengst das Leittier ist. Vor allem schutzlose Fohlen finden innerhalb eines großen Herdenverbandes einen optimalen Schutz vor Raubtieren.

Zur Hauptnahrung der Pferde gehören Wurzeln, Blätter und Gras.

Entwicklung
Die Entwicklungsgeschichte der Pferde reicht bis ins Eozän zurück. Damals besaß das etwa dachsgroße Säugetier an den Vorderläufen noch vier Zehen und drei Zehen an den Hinterläufen. Daraus entwickelte sich im Miozän eine Gattung, die heute unter dem Namen Mesohippus geläufig ist. In Laufe mehrerer Jahrtausende und über mehrere Stufen hinweg entstand aus dem Mesohippus und später aus dem Plihippus die Gattung des Echten Pferdes (Equus), so wie wir die Pferde auch heute kennen.

Gattung: Echte Pferde

Gattung Echte Pferde
Equus im engeren Sinne

Die Gattung der Echten Pferde ist eine Untergattung der Gattung Pferde (Equus), die ihrerseits die einzige Gattung in der Familie der Pferde (Equidae) darstellt.

Im Vergleich zu Zebras, Halbeseln und Eseln haben Echte Pferde kürzere Ohren und einen völlig mit Haaren bewachsenen Schwanz. Von den zahlreichen Arten der Echten Pferde, die einst auf der Erde lebten, ist nur das Przewalski-Wildpferd (Östliches Steppenwildpferd – Equus przewalskii przewalskii) als einzige Art erhalten geblieben. In der freien Natur ist das Przewalski-Wildpferd jedoch höchstwahrscheinlich auch schon ausgerottet. Ursprünglich gab es insgesamt vier Unterarten des Urwildpferdes: Östliches Steppenwildpferd (Equus przewalskii przewalskii), Waldtarpan (Equus przewalskii silvaticus), Westpferd (Equus przewalskii robustus) und Südrussisches Steppenwildpferd (Equus przewalskii gmelini). Die drei letztgenannten Arten sind aber alle schon lange ausgestorben.

Das Przewalski-Wildpferd gilt als Stammvater der heutigen Hauspferderassen (Equus caballus), die sich nach der Domestizierung daraus entwickelt haben. Hinsichtlich der Hauspferde besteht im Übrigen keine Gefahr, dass diese aussterben, weil die Zucht dieser Pferde in den letzten Jahrhunderten intensiviert wurde.