Mineralien – Mengenelemente und Spurenelemente fürs Pferd

In der Natur decken die Wildpferde ihren Bedarf an Mineralstoffen durch selektives Grasen, wobei ihnen weitläufige Flächen mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit zur Verfügung stehen. Unsere Hauspferde sind hinsichtlich der Deckung ihres Mineralstoffbedarfs allerdings von qualitativem Futter und guten Weideflächen abhängig.

Unter Mineralien versteht man anorganische Stoffe, die im gesamten Körper des Pferdes vorkommen und eine entscheidende Rolle für die Entwicklung und Gesundheit des Tieres spielen. Mineralstoffe sind unentbehrlich für die Erhaltung des osmotischen Drucks bei der Arbeit, den Wasserhaushalt, den Säuren-/Basen-Haushalt, die Nervenfunktion und die Muskelfunktion des Pferdes.

Der Pferdekörper verliert beim Schwitzen Mineralstoffe – hier wird auch von Elektrolyten gesprochen. Deshalb ist vor allem in Hochleistungsphasen ein Ausgleich der verlorenen Mineralstoffe notwendig. Der Pferdekörper ist nicht in der Lage, Mineralstoffe zu speichern. Überschüssige Mineralstoffe werden über den Urin ausgeschieden.




Die übermäßige Gabe von Mineralstoffen sollte ebenso wie eine Mangelversorgung vermieden werden, da Mineralstoffe gegenseitig Einfluss aufeinander nehmen. Bekommt das Pferd beispielsweise zu viel Zink, so führt dieses zu einer Hemmung der Aufnahme von Kalzium und Kupfer im Pferdekörper.

Es sind mindestens 21 unterschiedliche Mineralstoffe bekannt, die das Pferd für seine Gesunderhaltung benötigt. Dabei braucht das Pferd manche dieser Mineralstoffe in größeren Mengen und andere dieser Mineralstoffe nur in sehr geringen Mengen. Bei den Mineralstoffen der ersten Gruppe spricht man deshalb auch von den Mengenelementen. Bei den Mineralstoffen der zweiten Gruppe ist von Spurenelementen die Rede.

Zu den Mengenelementen gehören Kalzium bzw. Calcium (Ca), Phosphor (P), Magnesium (Mg), Kalium (K), Natrium (Na) und Chlor (Cl). Zu den Spurenelementen zählen Zink (Zn), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Eisen (Fe), Jod (J), Selen (Se), Kobalt (Co) und Molybdän (Mo).

Die Spurenelemente sind für die Steuerung wichtiger Stoffwechselprozesse im Pferdekörper verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Bildung des roten Blutfarbstoffes, der Aufbau der Knochen oder die Regelung von hormonellen Abläufen. Wenn ein Spurenelement vollkommen fehlt, kann es dazu kommen, dass eine Funktion des Pferdekörpers komplett zum Erliegen kommt, selbst wenn alle anderen Stoffe, die dafür notwendig sind, in den erforderlichen Mengen vorhanden sind.

Pferde: Mineralstoffe – Mengenelemente

Mineralstoff
wichtig für
enthalten in
Calcium (Ca)
Knochenaufbau, Erhaltung ausgewachsener, starker Knochen, Muskelfunktion, Nervenfunktion, Milchproduktion
Luzerne, Grünfutter,
Kalk, Milch
Phosphor (P)

ergänzt sich mit Calcium, dieselben Stoffwechsel-
vorgänge wie beim Calcium
Getreide (Hafer, Gerste, Mais)
Magnesium (Mg)
Aufbau und Erhaltung von Zähnen und Knochen, Muskelkontraktionen, Elektrolyt
Kleie, Leguminosen,
Leinsamen, Milch
Natrium (Na)
Nervenfunktion
Grünfutter, Gras, Heu
Chlor (Cl)
Muskelstoffwechsel

Kalium (K)
Elektrolytwirkung (Konstanthaltung der Körperflüssigkeiten)
Heu

Pferde: Mineralstoffe – Spurenelemente

Spurenelement
wichtig für
enthalten in
Eisen (Fe)
Hämoglobinbildung, Enzymbildung
vielen Futtermitteln
Kupfer (Cu)
Hämoglobinbildung, Pigmentierung (Färbung) von Haar und Wolle, Knorpelbildung
Getreide, Samen, Kräuter
Zink (Zn)
Hautgesundheit, Haargesundheit, Knochenbildung,
Milchproduktion
Hefe, Kleie, Getreidekeime
Mangan (M)
Energiestoffwechsel,
Fettabbau, Proteinabbau, Enzymfunktion
Grünfutter, Weizenkleie
Kobalt (Co)
Vitamin B12 – Produktion
Grünfutter, Weide
Jod (I)
Schilddrüsenfunktion, Hormonproduktion
Meersalz, Seetang
Selen (Se)
Antioxidans, Muskelstoffwechsel, Zusammenarbeit mit Vitamin E
Pflanzen