Praktische Pferdefütterung: Absetzer

Üblicherweise erfolgt das Absetzen der Fohlen im Herbst des Geburtsjahres, wenn das Fohlen ein Lebensalter von sechs Monaten erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt erhält das Fohlen eine Futterration, die sich an seiner Entwicklung orientiert. Die Mengen an Kraftfutter werden dabei auch in Relation zur vorhandenen Qualität des Grases gesetzt. Der übliche Anteil des Kraftfutters an der Gesamtration des Fohlens liegt jedoch meist bei mindestens 60%.

Für das Fohlen bedeutet das Absetzen in erster Linie Stress. Um diesen Stress zu reduzieren, ist es ratsam, das Fohlen gemeinsam mit anderen befreundeten Fohlen abzusetzen, damit es bekannte Gesellschaft hat.




Bei vielen Fohlen zeigt sich auch Appetitlosigkeit, insbesondere dann, wenn sie nicht an die Aufnahme von Kraftfutter gewöhnt sind. Dadurch kommt es zu einem Gewichtsverlust. Haben sie sich dann an das neue Futter gewöhnt, nehmen sie oft zuviel Futter zu sich. Durch eine Veränderung der Wachstumsgeschwindigkeit, steigt auch das Risiko für das Entstehen von Knochenproblemen. In der Aufzucht von Fohlen sollte deshalb ein eher langsames, dafür aber gleichmäßiges, kontinuierliches Wachstum angestrebt werden.

In der Wachstumsphase sollten Pferde für mindestens 12 Stunden pro Tag auf die Weide kommen, damit die Entwicklung von Knochen und Gelenken richtig ablaufen kann.

Im Winter sind Absetzer auf die Zufuhr einer Kraftfuttermenge angewiesen, die rund 1,5% ihres Körpergewichtes entspricht.

Das Verhältnis von Raufutter zu Kraftfutter bezogen auf die Gesamtration des Absetzers unterscheidet sich von den üblichen Verhältnissen. So erhält ein Absetzer etwa 25% seiner Futterration in Raufutter und 75% in Kraftfutter.