Praktische Pferdefütterung: Weidepferde

Ob ein Zufüttern bei Weidepferden notwendig ist, hängt von der Qualität der Weide ab. Die Nährstoffzusammensetzung und die Schmackhaftigkeit des Grünfutters, das Weidepferde auf der Weide zu sich nehmen, stehen in Abhängigkeit zur botanischen Zusammensetzung der Weidevegetation, dem Klima, dem Boden und der Düngung.

Die Gräser, die auf einer Weide wachsen, können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden. Es gibt wertvolle bis brauchbare Grasarten und minderwertige Grasarten. Der genaue Futterwert einer Weide lässt sich nur durch eine Analyse im Labor herausfinden.

Der Pferdehalter selber kann sich aber ein grobes Bild von der Weide machen, indem er sich die Pflanzen, die dort gedeihen, genau anschaut. Die Grasnarbe auf der Weide setzt sich aus Obergräsern, Untergräsern und Kräutern zusammen. Wuchsform, hohe Blütenstände und relativ geringe Blattanteile zeichnen die Obergräser aus. Die Untergräser weisen mehr Blätter (vegetative Organe), weniger Halme und damit einen geringeren Gehalt an Rohfaser auf. Weniger Rohfasergehalt bedeutet höhere Verdaulichkeit für das Pferd.




Rasenschmiele, Pfeifengras, Borstgras, Schilfrohr, Binsen und Simsen gehören zu den für das Pferd minderwertigen Gräsern, da sie einen hohen Rohfasergehalt und einen nur geringen Mineralstoffgehalt aufweisen. Diese Grasarten haben also kaum einen Futterwert für das Pferd.

Weiden, die über einen hohen Anteil an kleeartigen Pflanzen verfügen, liefern dem Pferd große Mengen an Eiweiß, Kalzium und Magnesium. Bei einer derartigen Weide sollte eine Eiweißzufütterung der Weidepferde nur mit Bedacht erfolgen.

Besonders gerne werden halmreiche Grassorten wie Deutsches Weidelgras, Lieschgras, Knaulgras und Wiesenschwingel von Pferden gefressen, wie Untersuchungen gezeigt haben. Die Schmackhaftigkeit von Rotschwingel, Rotem Straußgras, Trespenarten und Quecken scheint hingegen für das Pferd sehr gering auszufallen.

Es gibt eine relativ einfache Methode, um herauszufinden, ob eine Weide noch genug Futter für die dort grasenden Pferde zur Verfügung stellt. Hängen Sie einfach ein gefülltes Heunetz auf die Weide. Wenn die Pferde das Heu fressen, können Sie davon ausgehen, dass die Weide nicht mehr ausreichend Futter liefert und müssen die Weidepferde entweder auf einer anderen Weidefläche umquartieren, die noch mehr hergibt oder mit dem Zufüttern beginnen.