Pferdefutter Gras und die darin enthaltenen Nährstoffe

Wasserlösliche Kohlenhydrate (Stärke)

Gras weist in Abhängigkeit zur Grasart einen unterschiedlichen Stärkegehalt auf. So beinhaltet Welsches Weidegras circa 48g Stärke, Deutsches Weidelgras circa 38g, Knaulgras und Wiesenlieschgras jeweils circa 22g, Rotklee circa 20g und Luzerne / Alfalfa circa 16g. Die Angaben beziehen sich jeweils auf ein Kilogramm Frischgras der Grasarten.

Der Stärkegehalt im Gras ist nicht immer gleich. Es gibt sowohl tageszeitliche als auch jahreszeitliche Schwankungen. Morgens und im Herbst fällt der Stärkegehalt des Grases in der Regel niedriger aus. Im Tagesverlauf und im Frühjahr steigt der Stärkegehalt meist an.




Wenn das Pferd zu viele wasserlösliche, leicht verfügbare Kohlenhydrate aufnimmt, kann dieses Hufrehe zur Folge haben. Das Hufrehe-Risiko steigt zusätzlich, wenn das Pferd gleichzeitig zu wenig strukturiertes Raufutter in Form von Heu oder Stroh erhält.

Eiweiß / Protein

Für die prozentuale Angabe des Anteils an Eiweiß im Gras wird die Trockenmasse des Grases (Gras abzüglich Wasser) herangezogen. Bei überständigem Altgras liegt der prozentuale Anteil von Eiweiß von der Trockenmasse bei etwa 5%. Junges Sommergras hingegen nimmt einen Anteil von bis zu 25% ein.

Es ist generell so, dass die Blätter des Grases mehr Eiweiß enthalten als die Halme.

Der Eiweißgehalt von Gras steigt in direkter Relation zur Menge Stickstoffdünger, die auf die Weidefläche aufgebracht wurde.

Rohfaser

Ein Bestandteil der Zellwände von Gras ist Rohfaser. Bei der Rohfaser werden verschiedene Arten unterschieden: Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Der Futterwert von Raufutter steht in Abhängigkeit dazu, wie hoch der Anteil an Zellulose, an Hemizellulose und an Lignin jeweils im Gras ausfällt.

Junges Gras beinhaltet größere Mengen an Zellulose. Die Zellulose wird im Körper des Pferdes mit Unterstützung der Bakterien in den hinteren Darmabschnitten verdaut.

Durch den Alterungsprozess des Grases erhöht sich der enthaltene Anteil an Hemizellulose. Hemizellulose ist für Pferde nicht besonders gut verdaulich, weshalb Pferde aus älterem Gras weniger Nährstoffe beziehen können.

Lignin tritt im Gras auf, wenn es hoch gewachsen ist und schon mit der Bildung von Blüten und Samen beginnt. Das Gras benötigt das holzartige Lignin als Stützstoff für den Halm. Pferde können Lignin nur sehr schwer verdauen. Außerdem kann Lignin die Aufnahme (Absorption) anderer Nährstoffe im Pferdekörper hemmen.

Es zeigt sich also, dass der Futterwert des Grases immer mehr abnimmt, je älter das Gras wird. Aus diesem Grund ist es insbesondere im Herbst erforderlich, das Pferd mit zusätzlichem Futter zu versorgen, was im Frühjahr und Frühsommer nicht notwendig ist.

Mineralstoffe

In den Blättern des Grases ist der Anteil an Kalzium, Magnesium, Schwefel, Molybdän und Eisen höher als in den Grashalmen. Wenn Weidepferde an einem Mineralienmangel leiden, hängt dieses in der Regel mit der Art des Bodens zusammen. Außerdem kann eine unausgewogene Düngung ebenfalls Ursache für die mangelhafte Versorgung mit bestimmten Mineralstoffen bei Weidepferden sein.

Generell gilt, dass Weidegras nur die Nährstoffe beinhalten kann, die ihm der Boden bietet, auf dem es gedeiht.