Heufütterung: Heu an Pferde verfüttern

Ein Großteil der Pferdebesitzer versorgt seine Pferde mit Heu als Raufutter. Dabei wird empfohlen, die zugeteilte Heuration einmal in der Woche zu wiegen, damit man in etwa weiß, wie viel man verfüttert. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Hochdruckballen Heu etwa 17kg auf die Waage bringt. Eine Scheibe eines solchen Heuballens bringt es dann üblicherweise auf ein Gewicht von 1kg bis 2kg. Im Durchschnitt erhält ein Pferd etwa 5kg bis 8kg Heu pro Tag, wobei natürlich die Größe des Pferdes und weitere Faktoren (Arbeitsleistung, Qualität des Heus,…) zu berücksichtigen sind, wenn es um die genaue Festlegung der Heumenge für ein Pferd geht.

Die Tagesration an Heu sollte im Idealfall auf vier gleiche Teile aufgesplittert werden, die über den Tag verteilt in regelmäßigen Abständen an das Pferd verfüttert werden.




Neues Heu sollte getrennt von altem Heu gelagert werden. Damit sich das Pferd an das neue Heu gewöhnt, empfiehlt es sich das neue Heu allmählich unter das alte Heu zu mischen. So kann sich das Verdauungssystem des Pferdes langsam an die Zusammensetzung des neuen Heus gewöhnen.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass vor der Heufütterung alle „Strohkordeln“ zuverlässig entfernt wurden. Zu diesem Zweck sollten ein scharfes Messer oder eine Schere und ein Sack zur Entsorgung der „Strohkordeln“ in jedem Raufutterlager vorhanden sein.

Für die Heufütterung des Pferdes
stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

Heunetze zur Heufütterung

Die Verwendung von Heunetzen ist in einigen Ländern die traditionelle Art der Heufütterung. Heunetze bieten einige Vorteile: Sie lassen sich sehr gut vorbereiten. Außerdem bleibt die Stallgasse sauberer und es wird weniger Heu verschwendet. Zudem benötigen die Pferde etwas mehr Zeit zum Fressen, da sie das Heu „mühsam“ aus dem Netz ziehen müssen. Die Fressgeschwindigkeit wird dementsprechend reduziert, was zu einer längeren Beschäftigungszeit und besseren Einspeichelung des Futters führt.

Die Fütterung von Heu in Heunetzen entspricht jedoch nicht dem natürlichen Fressverhalten des Pferdes. Pferde sind keine Giraffen, die ihre Nahrung hoch in den Bäumen suchen, sondern fressen normalerweise mit dem Kopf nach unten. Das Fressen aus dem Heunetz erfolgt dementsprechend in einer unnatürlichen Körperhaltung, die für das ein oder andere Pferd sehr unbequem sein kann. Einigen Pferden gelingt es zudem, Heunetze aufzuknoten, wodurch es zu Verletzungen kommen kann.

Wird das Heunetz tief aufgehängt, resultiert daraus ebenfalls ein hohes Verletzungsrisiko: Es besteht die Gefahr, dass sich das Pferd mit den Hufen im Heunetz verfängt – insbesondere, wenn das Netz in leerem Zustand in der Box oder im Offenstall herunterhängt.Das Heunetz sollte in Augenhöhe des Pferdes aufgehangen werden.

Wenn das Pferd aus dem Heunetz frisst, steckt es seine Nase zudem tief in das Heu, dort wo sich die größte Anzahl an Schimmelpilzsporen konzentriert und wo der meiste Staub vorhanden ist, was die Entstehung von Atemwegsproblemen begünstigen kann.

Einfache Bodenfütterung von Heu

Die Bodenfütterung von Heu entspricht dem natürlichen Fressverhalten des Pferdes. Zudem ist die Bodenfütterung von Heu arbeitssparend. Für das Pferd birgt das Heuangebot auf dem Boden außerdem auch kein zusätzliches Verletzungsrisiko, da hierbei keinerlei Hilfsmittel (Behälter, Netze, o. ä.) eingesetzt werden, woran sich das Pferd verletzen könnte. Es empfiehlt sich, das Heu vor der Fütterung außerhalb vom Stall aufzuschütteln, um den eventuell vorhandenen Staub weitgehend zu entfernen.

Leider geht es üblicherweise bei der Heufütterung am Boden relativ unsauber zu und es kann zu einer großen Verschwendung von Futter kommen, was zu den Nachteilen der Bodenfütterung zu zählen ist.

In Ställen mit Boxen wird die Heufütterung teilweise auch von der Stallgasse aus durchgeführt. Hier sind die vorderen Boxenwände durch Rundrohre in breiteren Abständen ersetzt. Das Heu wird einfach vor die Boxen auf den Boden der Stallgasse gelegt und das Pferd nutzt die Zwischenräume der Rohre, um mit dem Kopf an das Raufutter zu gelangen. Bei dieser Methode wird eine Vermischung von Heu und Einstreu weitgehend vermieden und weniger Futter verschwendet.

Heufütterung aus einer selbstgebauten Heuraufe

Mit relativ einfachen Mitteln können Sie selbst eine Heuraufe bauen. Dazu nutzen Sie eine Ecke der Pferdebox. Um diese Boxenecke vom Rest der Box zu trennen, bringen sie senkrechte Leisten an den Wänden an, worin sie ein Stück Hartfaserplatte einlassen können. Auf diese Weise entsteht ein Dreieck (Boxenwand – Hartfaserplatte – Boxenwand). Achten Sie darauf, dass keine scharfen Kanten entstehen. Notfalls sollten Sie die oberste Kante der Hartfaserplatte mit einem weichen Kantenschutz überziehen, damit sich das Pferd nicht verletzten kann, wenn der Füllstand in der Heuraufe gesunken ist und es tiefer mit dem Kopf hinein muss.

Die Verwendung einer derartig selbstgebauten Heuraufe ist wesentlich sauberer als die einfache Fütterung des Heus auf dem Boden. Außerdem wird dabei auch nicht soviel Futter verschwendet.

Denken Sie daran, die Hartfaserplatte einmal in der Woche herauszunehmen, um den Bodenbereich der selbstgebauten Heuraufe in der Box gründlich zu reinigen (ausfegen, etwaige Futterreste entnehmen).

Selbstverständlich können Sie auch eine Heuraufe aus dem Handel kaufen. Diese Heuraufen werden in der Regel fest an die Wand montiert, üblicherweise in Augenhöhe des Pferdes. Sollen mehrere verschieden große Pferde beispielsweise im Offenstall aus einer Heuraufe fressen können, ergeben sich aus der Wandmontage jedoch eindeutig Nachteile.