24 Stunden Raufutter – Heu zur freien Verfügung

Um den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes nach einer fast andauernden Nahrungsaufnahme gerecht zu werden, kann man die Raufutterfütterung so umstellen, dass das Pferd 24 Stunden am Tag nach Belieben auf das Raufutter zugreifen kann. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Fütterung „ad libitum“ (zur freien Verfügung).

Wenn Pferde, die bislang mit rationierten Heumengen versorgt wurden, auf eine Heufütterung ad libitum umgestellt werden, ist häufig erstmal zu beobachten, dass die Pferde fortwährend – also pausenlos – Heu fressen. Dieses Fressverhalten hat seine Ursachen in der vorherigen Begrenzung der Heuration. Insbesondere bei Pferden, die in Gruppen gehalten werden, kann die rationierte Fütterung von Heu, richtig Stress bedeuten. In der Pferdegruppe sichern sich nämlich die ranghöheren Tiere den größten Anteil an der Heuportion und alle anderen Pferde müssen zusehen, wo sie bleiben.




Meistens wird in Pferdegruppen deshalb solange Heu gefressen, bis die Portion vollkommen weg ist, weil immer die „Angst“ besteht, am Ende hungrig zu bleiben. Wird nun andauernd Heu ohne Einschränkung angeboten, setzt sich das gewohnte Fressverhalten erstmal fort, bis die Pferde sich daran gewöhnt haben, dass immer Futter zur Verfügung steht und weder Eile noch fortwährendes Fressen notwendig sind.

Bis die Pferde ein normales Fressverhalten mit Pausen zeigen, können ein paar Tage aber auch einige Wochen vergehen.