Hufgeschwür – Hufabszess

Der Hufabszess (auch: Hufgeschwür) ist eine eitrige Entzündung innerhalb der Hornkapsel, die unter der Hornwand, der Sohle oder dem Strahl lokalisiert sein kann. Auslöser für ein Hufgeschwür sind in der Regel eingedrungene Fremdkörper (z.B. Stein oder Nagel) oder aber ein hartes Anschlagen an der Hufwand. Im Huf entsteht durch den sich bildenden Eiter, der nicht ablaufen kann, ein hoher Druck auf die sensible Huflederhaut, der für das Pferd sehr schmerzhaft ist. Zu den Symptomen für einen Hufabszess gehören meist eine offensichtliche Lahmheit (Pferd setzt Fuß nicht mehr auf), ein starker Puls am Fesselkopf des betroffenen Beines und eine gesteigerte Temperatur der Fesselbeuge. Die Symptome können gemeinsam, aber auch einzeln auftreten.

Wenn der Verdacht auf ein Hufgeschwür besteht, setzt der Tierarzt oder der Hufschmied eine Hufuntersuchungszange zur Lokalisierung des Abszesses ein. Sobald das Pferd schmerzempfindlich reagiert, ist die richtige Stelle gefunden. Eine erste Reaktion ist meist die Entfernung des Eisens (wenn vorhanden). Wenn sich das Hufgeschwür noch in einem sehr frühen Stadium befindet, wird häufig ein luftdichter Schwitzverband mit warmer Rivanollösung zur Behandlung angelegt. Alternativ dazu kann auch ein Leinsamen- oder Sauerkrautverband eingesetzt werden.




Im Idealfall kommt es an einer Stelle der Sohle oder am Kronsaum zum Austritt von dunklem, stinkendem Sekret, da der Abszess häufig durch den Huf wandert. Wenn der Eiter nicht von allein abfließt, muss nachgeholfen werden. In diesem Fall wird die lokalisierte Stelle mit einem Hufmesser oder einer Akku-Fräse aufgeschnitten, damit der Eiter abfließen kann. Wenn der Eiterherd vorab genau lokalisiert werden konnte, ist hierfür meist nur eine relativ kleine Öffnung der Sohle notwendig. Es ist jedoch wichtig, dass der Entzündungsherd vollständig freigelegt wird, damit sich nicht nach kurzer Zeit ein neues Hufgeschwür bildet. Sobald der Druck aus dem Huf entwichen ist, verschwindet die Lahmheit meist vollständig.

Die Wunde (Öffnung) wird im Anschluss mit einer Desinfektionslösung ausgespült. Danach wird ein fester Hufverband angelegt, der die Wunde und den ganzen Huf abdeckt. Alternativ zu einem Verband gibt es mittlerweile spezielle Krankenschuhe, die sehr einfach anzulegen sind und mit denen das Pferd sogar auf die Weide kann. Falls das Pferd nicht geimpft ist, wird der Tierarzt ihm außerdem ein Tetanusserum spritzen. Meist bleibt der Verband für etwa eine Woche am Huf. In dieser Zeit sollte sich die Wunde mit einer dünnen Hautschicht geschlossen haben. Wenn wieder ein Eisen angeschlagen werden soll, muss der Huf vorher noch einen Tag austrocknen. Die Haut ist immer noch sehr empfindlich und es kann leicht zu neuen Verletzungen mit abermals entzündlichen Folgen kommen. Idealerweise steht jetzt ein weicher Boden ohne Steinaufkommen zur Verfügung, auf dem mit einer mäßigen Belastung ohne Verband/Krankenschuh begonnen werden kann.

Um einem Hufgeschwür vorzubeugen, sollten die Hufe täglich sorgfältig gereinigt und auf eingedrungene Fremdkörper untersucht werden.

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