Krankheiten beim Pferd: Maul und Zähne

Das Pferd ist für die Aufnahme und für die Zerkleinerung des Futters darauf angewiesen, dass sein Gebiss gesund und intakt ist. Ausgewachsene Pferde verfügen an Ober- und Unterkiefer über jeweils sechs Schneidezähne vorn und sechs Backenzähne an der Seite. Der zahnfreie Raum zwischen Schneide- und Backenzähnen beim Pferd wird als Laden bezeichnet. Ein sogenannter Wolfszahn kann außerdem zusätzlich zu den Schneide- und Backenzähnen vorhanden sein. Er befindet sich knapp vor den Backenzähnen in Ober- und Unterkiefer.

Beim Pferd wachsen die Zähne im Gegensatz zu den menschlichen Zähnen das ganze Leben kontinuierlich weiter. Durch das andauernde Wachstum wird schneller Abrieb durch das äußerst hartfaserige Futter verhindert und garantiert Nachschub. Mit dem Alter des Pferdes verändern sich Form, Winkel und die Markierungen an den Kauflächen des Pferdes, die auch als Kunden bezeichnet werden. Aus diesem Grund lässt sich auch das ungefähre Alter des Pferdes anhand des Gebisses bestimmen.




Die oberen Backenzähne stehen beim Pferd etwas weiter auseinander als die unteren, daher kommt es zu einem langsameren Abrieb der äußeren Ränder der oberen Backenzähne und der inneren Ränder der unteren Backenzähne. Dabei entstehen scharfe Kanten, die auch Zahnhaken genannt werden und regelmäßig abgeschliffen werden sollten. Durch Zahnhaken wird dem Pferd die Kautätigkeit erschwert, was dazuführt, dass das Futter ungenügend aufgenommen und verwertet wird, was wiederum Koliken begünstigen kann.

Wenn es zu krankhaften Veränderungen der Schneidezähne beim Pferd kommt, können Verletzungen der Lippen die Folge sein.