Schlundverstopfung beim Pferd

Zur Schlundverstopfung beim Pferd kommt es, wenn sich feste Materialien in der Speiseröhre des Pferdes festsetzen und so den Weg zu Magen und Darm für Futter und Speichel versperren.

Eine Schlundverstopfung kann im Grunde durch beinahe jede Substanz verursacht werden. Besonders häufig wird sie allerdings durch die Fütterung von Zuckerrübenschnitzeln, die vorher nicht ausreichend eingeweicht wurden, hervorgerufen. In diesem Fall vermischen sich die uneingeweichten Zuckerrübenschnitzel mit dem Speichel des Pferdes, werden verschluckt und quellen dann auf, wobei sie die Speiseröhre des Tieres verstopfen. Auch die Gabe bzw. das Verschlucken ganzer Äpfel, Möhren oder von anderem Wurzelgemüse kann zur Schlundverstopfung führen. Daneben kann auch das Fressen von ungewöhnlichen Dingen (wie z.B. einer Plastiktüte) eine Schlundverstopfung zur Folge haben.




In der Regel erholen sich die meisten Pferde wieder komplett von einer Schlundverstopfung. Es kann allerdings vorkommen, dass es nach einer starken Beschädigung der Speiseröhre zur Bildung von Narbengewebe kommt, das den Durchmesser der Speiseröhre verringert. Dann ist das Pferd zukünftig anfälliger für eine Schlundverstopfung, die dann auch durch übliche Futtermittel wie Heu ausgelöst werden kann.

Die Symptome einer Schlundverstopfung entwickeln sich rasant. Das betroffene Pferd wirkt benommen, hustet, würgt und verkrampft die Muskulatur im Hals, womit es versucht die Blockade in der Speiseröhre zu lösen. Aus Maul und Nüstern treten Speichel und Futterreste aus. Es kommt später zu einer größeren Speichelproduktion und der Pferdeatem nimmt einen säuerlichen Geruch an. Gelegentlich ist es möglich, eine Verdickung am Pferdehals zu ertasten, wo die Verstopfung in der Speiseröhre vorliegt.

Bei einer anhaltenden Schlundverstopfung steigt das Risiko dafür, dass das Pferd Futter und Speichel in die Lunge inhaliert. Dabei kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) ausgelöst werden, die ihrerseits zu vermehrtem Husten, Benommenheit, einer beschleunigten Atemfrequenz und einer erhöhten Körpertemperatur beim betroffenen Tier führt.

Im Zuge einer lang andauernden Schlundverstopfung, kommt es außerdem zur Dehydration des Pferdes.

Der Mehrzahl der Pferde gelingt es, binnen eines Zeitraums von etwa 10 bis 15 Minuten, die Schlundverstopfung loszuwerden, ohne dass es zu Folgeschäden kommt. Bei einer länger anhaltenden Schlundverstopfung muss der Tierarzt hinzugezogen werden. In den meisten Fällen setzt dieser Sedativa zur Beruhigung des Tieres ein und verabreicht dem Pferd zusätzlich noch muskelentspannende Präparate mit entkrampfender Wirkung auf die Speiseröhre und Antibiotika, um einer Lungenentzündung vorzubeugen.

Gelegentlich ist es notwendig, dass ein Schlauch bis zur verstopften Stelle in die Speiseröhre geführt wird, durch den dann mit Wasser gespült wird. Diese Prozedur kann theoretisch am stehenden, stark sedierten Pferd durchgeführt werden. In der Praxis ist hierfür allerdings oft eine Vollnarkose erforderlich.

Wenn das Pferd durch die Schlundverstopfung dehydriert ist, muss der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Dazu bekommt das Pferd entweder eine Tropfinfusion oder eine Magensonde im Anschluss an die Beseitigung der Schlundverstopfung.

Wie bereits erwähnt, sind Pferde, wo sich im Zuge der Schlundverstopfung Narbengewebe auf der Speiseröhre gebildet hat, für weitere Verstopfungen besonders anfällig. Wenn man vermutet, dass eine Narbenbildung vorliegt, kann dieser Verdacht durch eine endoskopische Untersuchung überprüft werden.

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