Equines Herpesvirus – EHV

Medizinisch wird der Pferde-Herpesvirus als Equines Herpesvirus (kurz: EHV 1 oder EHV-1) bezeichnet. Dabei werden zwei Varianten unterschieden, die beide Erkrankungen des Atmungssystems beim Pferd hervorrufen. Das Equine Herpesvirus Typ 1 kann außerdem beim erwachsenen Pferd Lähmungen verursachen oder einen Abort bei erkrankten tragenden Stuten auslösen.

Pferde, die mit dem Herpesvirus Typ 1 infiziert sind, zeigen einen klaren Nasenausfluss in geringer Menge und entwickeln äußerst hohes Fieber. Wenn das Pferd zusätzlich von einer Sekundärinfektion betroffen ist, wird der Nasenausfluss schleimig-eitrig: Er wird dickflüssiger, graugelb und stinkend. Das erkrankte Pferd ist in seiner Leistungsfähigkeit sehr stark beeinträchtigt. Bis es seine ursprüngliche Kondition wieder erreicht hat, kann ein Zeitraum von bis zu drei Monaten vergehen.




Für eine Infektion mit dem Equinen Herpesvirus gibt es kein Heilmittel. Um die Kontrolle zu behalten, muss deshalb ihre Ausbreitung verhindert werden: Betroffene Pferde müssen unverzüglich isoliert werden. Vollständige Stallruhe, gutes Futter und saubere Luft sind die besten Behandlungsmethoden, um die erkrankten Pferde wieder fit zu bekommen. Unterstützend können Medikamente verabreicht werden, die zu einer Verflüssigung des klumpig-klebrigen Schleims auf den Atemwegen beitragen. Wenn eine Sekundärinfektion aufgetreten ist, sollten zusätzlich noch Antibiotika verabreicht werden.

Vorbeugend sollten Pferde eine Schutzimpfung erhalten. Die verabreichten Impfstoffe halten allerdings nicht ewig vor, weshalb eine regelmäßige Auffrischung der Herpes-Schutzimpfung erfolgen muss.

Das Equine Herpesvirus Typ 2 löst beim erwachsenen Pferd eine leichte Erkrankung aus, die sich manchmal durch etwas Husten und Nasenausfluss zeigt. Erkranken jüngere Pferde und Fohlen an einer Infektion mit dem Equinen Herpesvirus Typ 2 kann die Ausprägung der Erkrankung deutlich schwerer sein.

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