Anweiden – Umstellung von Stall auf Weide

Pferde, die für eine gewisse Erholungsphase ganztägig oder nur tagsüber auf die Weide sollen, müssen langsam daran gewöhnt werden, damit das sensible Verdauungssystem nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

Dazu wird die Kraftfutterration im Stall nach und nach reduziert. Wenn das Pferd eingedeckt ist, reduziert man bei mehreren Decken die Anzahl oder wählt immer leichtere Pferdedecken zum Eindecken aus. Zur gleichen Zeit erhöht man die Anzahl der Stunden, die das Pferd täglich auf der Weide verbringt.

Bei Pferden, die ganz auf die Weide ziehen, sollte der Hufschmied zumindest die hinteren Hufeisen abnehmen. Insbesondere bei brüchigen Hufen werden die vorderen Eisen meist an den Hufen belassen.




Im umgekehrten Fall, wenn das Pferd nach einer Phase auf der Weide, wieder an das Training gewöhnt und mehr Leistung von ihm erbracht werden soll, beginnt man mit der allmählichen Zufütterung von Kraftfutter. In diesem Zusammenhang ist auch von „Anfüttern“ die Rede.

Mit dem kontinuierlichen Aufbau des Fitnesstrainings werden auch die Futterrationen gesteigert. Dabei gestaltet sich die Arbeit mit einem ruhigen, ausgeglichenen Pferd in der Regel angenehmer als mit einem frisch geschorenen Pferd, das gerade wieder in den Stall gezogen ist und durch Kraftfutterzufütterung einen großen Energieüberschuss hat.

Bei Wiederaufnahme des Trainings sollte das Pferd dann neu beschlagen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es zudem empfehlenswert, die Zähne durch den Tierarzt kontrollieren zu lassen und notwendige Impfungen durchzuführen.