Holzzaun als Weidezaun für Pferde

Ideal eignet sich ein Holzaun als Umzäunung für die Weide, der in der Anschaffung jedoch nicht ganz günstig zu bekommen bzw. nicht ganz günstig herzustellen ist.

Für die Pferdehaltung hat sich eine solide Konstruktion in Form eines dreireihigen Holzbalkenzauns bewährt. Als Holzbalken (Querlatten) werden aus Kostengründen in der Regel Nadelhölzer verwendet. Sie sollten mindestens einen Durchmesser von 15cm und eine Länge von maximal 4m (Pfosten zu Pfosten) in Abhängigkeit zu den Abständen der Pfosten aufweisen.

Die Pfosten bzw. Pfähle des Holzzauns sollten aus Hartholz (Eiche, Buche…) bestehen, circa 2,50m lang und unbedingt mindestens 80cm tief in die Erde eingelassen werden, damit der Zaun ausreichend stabil steht. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen sollten die Zaunpfosten vor der Einbringung mit ungiftigem Holzschutz getränkt werden. Die Holzpfosten sollten 1,60m bis 1,70m aus der Erde ragen. Bei der Einrichtung von Hengstweiden, sollten längere Pfosten (2,80m) für den Holzzaun Verwendung finden, damit die Pfosten nach dem Setzen noch 2m aus der Erde ragen.




Als Pfosten für den Holzbalkenzaun eignen sich ausgemusterte Eisenbahnschwellen oder Telefonmasten ideal, die man teilweise günstig erwerben kann. Bei reinen Holzzäunen sollten die Pfosten in einem reduzierten Abstand von circa 2,50m gesetzt werden, damit die Holzbalken (Querlatten) nicht an Stabilität verlieren. Es ist empfehlenswert, die Löcher, nachdem die Holzpfosten in die Erde eingelassen wurden, mit Kies aufzufüllen. Dieses trägt ebenfalls dazu bei, dass das Holz nicht so schnell verrottet.

Denken Sie beim Einkauf der Holzpfosten und Holzbalken daran, Reservepfosten und Ersatzbalken mit anzuschaffen. Auf diese Weise haben Sie schnellen Ersatz zur Hand, falls beispielsweise der Zahn der Zeit einen Pfosten gekostet hat oder Holzbalken bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Pferden unter die Hufe gekommen sind.

Die einzelnen Holzbalken des Holzzauns sollten in einem Abstand von etwa 50cm an den Pfosten angebracht werden. Der Abstand des unteren Balkens zum Boden hin, kann auch etwas größer (60cm bis 80cm) sein. Zur Befestigung werden die Holzbalken innen mit Schrauben oder Nägeln an den Pfosten fixiert.

Zur zusätzlichen Absicherung sollte zwischen dem unteren und mittleren Holzbalken bzw. auf Brusthöhe des Pferdes Breitbandlitze (Elektrozaunband) entlang gezogen werden. Um den Holzweidezaun auch gleichzeitig vor Verbiss zu schützen, ist es sinnvoll, das Elektroband mithilfe von Abstandhaltern anzubringen, so dass zwischen Elektrozaun und Holzzaun 20cm bis 40cm Abstand bestehen.

Statt Holzbalken kann man für die horizontale Einfriedung der Weide auch auf gebrauchte, elastische Förderbänder zurückgreifen, die dazu in etwa 15cm breite Streifen geschnitten werden. Zudem werden auch „fertige“ Gummiband-Zäune angeboten. Die breiten Bänder werden im Recycling-Verfahren aus ehemaligen Bergbauförderbändern hergestellt. Die Haltbarkeit ist praktisch grenzenlos. Außerdem zeichnen sie sich durch eine ausgezeichnete Verletzungssicherheit und einen günstigen Preis aus. Die Montage der Bänder gestaltet sich jedoch aufwändiger, da die einzelnen Bänder mithilfe von Flaschenzug und Trecker straff gespannt werden müssen, bevor sie an den Zaunpfosten fixiert werden. Die Pfosten bei einer derartigen Weidezaunkonstruktion müssen aufgrund des hohen Drucks sehr stabil ausgewählt werden.

Holzweidezäune bringen den Nachteil mit sich, dass Holz verrottet. In Abhängigkeit von der verwendeten Holzart kann es bereits nach fünf Jahren zu den ersten Anzeichen von Verrottung kommen, bei manchen Holzarten kann es jedoch auch bis zu fünfzehn Jahre dauern. Durch regelmäßige, gewissenhafte Pflege des Holzzauns kann man die Lebenszeit des Weidezauns verlängern. Eine der wichtigsten Maßnahmen dabei ist der Anstrich mit ungiftigen Holzschutzmitteln, der mindestens alle zwei Jahre vorgenommen werden sollte.

Bei der Kontrolle des Holzzauns sollte besonderes Augenmerk auf den Holzpfosten liegen. Diese sind vor allem an der Stelle, wo sie in den Erdboden eingelassen sind, sehr anfällig für Verrottung. Hier zeigen sich meist die ersten faulen Stellen.