Pferde: Künstliche Abzeichen / Markierungen

Zur eindeutigen Identifizierung von Pferden hat sich der Mensch verschiedene Methoden ausgedacht, um das Pferd mit künstlichen Abzeichen oder anderen Markierungen zu versehen. Pferde werden u. a. für Turniere und aus Gründen des Diebstahlschutzes gekennzeichnet. Pferdchen.org stellt Ihnen die verschiedenen künstlichen Abzeichen bzw. Markierungsmethoden für Pferde kurz im Überblick vor:

Kaltbrand
Beim Kaltbrand handelt es sich um eine Methode zur Kennzeichnung von Pferden. Zur Herstellung eines Kaltbrands wird das Brandeisen in flüssigen Stickstoff gehalten, so heruntergekühlt und anschließend an die gewünschte Stelle am Pferdekörper aufgedrückt. Meistens wird der Kaltbrand in dem Sattelbereich „angebracht“ Durch die extreme Kälte werden die Pigmentzellen in der Haut zerstört, was dazu führt, dass die Haare an dieser Stelle weiß nachwachsen. Gelegentlich kommt es vor, dass der Kaltbrand an einigen Stellen unwirksam ist und so ein falsches Zeichen entsteht. Bei einem gestohlenen Pferd mit Kaltbrand besteht daher unter Umständen auch die Möglichkeit, dass der Kaltbrand nachträglich verändert werden kann. Es erfolgt eine Eintragung der Zahlen und Buchstaben des Kaltbrandes als permanente Markierung.




Heißbrand
Der Heißbrand steht aufgrund der durch das Brennen entstehenden Schmerzen aktuell stark in der Kritik und wenn es nach der Politik geht kurz vor dem Aus. Üblich ist der Heißbrand insbesondere bei Warmblutrassen wie dem Trakehner, Hannoveraner oder Oldenburger. Auch zur Kennzeichnung einiger Ponyrassen wird der Heißbrand eingesetzt. Die Brandzeichen können die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Pferderasse zum Ausdruck bringen oder aber eine persönliche Kennzeichnung des Pferdebesitzers sein. Der Heißbrand ist dauerhaft. Das Brandzeichen wird üblicherweise an der Schulter oder am Oberschenkel des Pferdes platziert.

Hufbrand
Mit einem speziellen Heißbrandverfahren wird beim Hufbrand der Code des Pferdebesitzers in die Hufwand eingebrannt. Für die Pferde ist der Hufbrand mit keinerlei Schmerzen verbunden. Da die Hufe des Pferdes jedoch kontinuierlich wachsen, ist das Brandzeichen durch den Hufbrand nicht von Dauer. In der Regel muss der Hufbrand ungefähr alle sechs Monate wiederholt werden.

Mikrochip
Der Mikrochip wird dem Pferd vom Tierarzt eingesetzt. Dazu wählt der Tierarzt eine Stelle am Pferdekörper – meistens am Hals – aus und „schießt“ dort den Mikrochip mithilfe einer Kanüle unter die Haut. Der Mikrochip enthält einen Zifferncode. Alle Daten des Pferdes werden unter dieser Codenummer in einem Computersystem (Zentralregister) erfasst. Mithilfe eines speziellen Scanners (Lesegerätes) kann der Mikrochip ausgelesen werden. Bei Mikrochips besteht die Gefahr des technischen Versagens. Außerdem kann es passieren, dass der Mikrochip beginnt im Gewebe des Pferdes zu „wandern“. Zudem ist es prinzipiell möglich, den vorhandenen Mikrochip operativ zu entfernen und gegen einen anderen Mikrochip zu ersetzen. Es ist allerdings meist sehr schwer den Mikrochip unter der Pferdehaut zu lokalisieren.