Mythos Pegasus / Pegasos

Geflügeltes Pferd der griechischen Mythologie: Pegasus - PegasosDas insbesondere bei Kindern sehr beliebte geflügelte Pferd Pegasus wird in der griechischen Mythologie Pegasos genannt. Rund um dieses außergewöhnliche Tier gibt es verschiedene Erzählungen und Geschichten, die wir Ihnen nachfolgend auf Pferdchen.org kurz näher bringen:

Die Geschichte des Pegasos beginnt mit Akrisos, König von Argos, der nur ein einziges Kind – eine Tochter mit dem Namen Danae hatte. Akrisos wünschte sich jedoch unbedingt einen Sohn, weshalb er das Orakel aufsuchte, um zu erfragen, ob ihm dieser Wunsch noch erfüllt werden würde. Vom Orakel erhielt er folgende Antwort: „Du wirst keinen Sohn haben und dein Enkel wird dich umbringen.“

Akrisos war über die Weissagung des Orakels so entsetzt, dass er seine Tochter in einen hohen Turm mit bronzenen Türen sperren ließ. Doch seine Mühen waren vergeblich. Göttervater Zeus kam als goldener Regen über Danae, woraufhin sie einen Sohn – Perseus – gebar. Aus Angst vor Zeus traute sich König Akrisos nicht seine Tochter und seinen Enkel zu seinem eigenen Schutz zu töten und so setzte er die beiden in einer Holzkiste auf dem Meer aus.




Danae rief Zeus um Rettung an, worauf die Kiste an einen Strand der Insel Seriphos gespült wurde. Der König der Insel – Polydektes – traf einige Jahre später auf Danae und wollte sie zur Frau nehmen. Sie wies ihn jedoch zurück. Da der inzwischen erwachsene Perseus auf seine Mutter achtete und sie beschützte, hatte Polydektes keine Möglichkeit Danae zur Heirat zu zwingen, solange der Sohn am Leben war. Deshalb beschloss er, Perseus aus dem Weg zu schaffen. Aus diesem Grund richtete Polydektes ein Festmahl für alle jungen Männer seiner Insel aus. Alle Gäste brachten dem König zu diesem Anlass ein Geschenk mit, nur der sehr arme Perseus hatte nichts. Voller Scham versprach er dem König, ihm noch ein Geschenk zu bringen. Darauf hatte Polydektes nur gewartet und er befahl Perseus:“Bringe mir den Kopf der Gorgone Medusa als Geschenk!“ Bei der Medusa handelte es sich um ein gefürchtetes Ungeheuer, das Schlangen statt Haare auf dem Kopf trug und mit seinem Blick die Menschen versteinern konnte.

Zeus bekam Mitleid mit Perseus, deshalb sandte er ihm Athene und Hermes als Beistand. Von Athena bekam Perseus ihr glänzendes Schild geliehen:“ Sieh niemals die Medusa direkt an, sondern betrachte nur ihr Spiegelbild im Schild, damit du nicht zu Stein wirst.“ Hermes gab Perseus eine Sichel, die er zum Enthaupten der Gorgone nutzen sollte. Außerdem erzählte er Perseus, wo die Nymphen des Nordwindes zu finden seien, die ihm geflügelte Sandalen, eine Tasche für den Kopf der Medusa und einen Tarnmantel aus der Unterwelt geben würden.

Perseus flog mit Sandalen und Tarnmantel in den Westen. Bei verwitterten Statuen traf er auf Medusa und ihre beiden Schwestern. Bei den Statuen handelte es sich um all die Helden, die ausgezogen waren, um die Medusa zu töten und daran gescheitert waren. Perseus hielt sich jedoch an den Rat der Athene und sah die Medusa nur als Spiegelbild im Schild an, als er ihr mit der Sichel den Kopf abtrennte. Aus dem Körper der Medusa entsprang das geflügelte Pferd Pegasos.

Auf seinem Weg nach Hause bemerkte Perseus ein an einen Felsen gekettetes Mädchen mit Namen Andromeda, die dem Seeungeheuer geopfert werden sollte, um zu verhindern, dass dieses das Königreich ihres Vaters verwüstete. Perseus hielt dem Ungeheuer als es aus tiefem Schlaf erwachte den Kopf der Medusa entgegen, worauf das Untier zu Stein wurde. Perseus und Andromeda aber hatten sich schon beim ersten Blick ineinander verliebt und hielten bald Hochzeit.

Als Perseus endlich nach Seriphos zurückkehrte, musste er feststellen, dass Polydektes seine Mutter als Sklavin hielt. Der erstaunte König konnte kaum glauben, dass Perseus noch am leben war und die Medusa besiegt hatte. Perseus zeigte ihm das Haupt der Medusa und Polydektes wurde zu Stein.

Die Vorhersage des Orakels traf später auch noch ein, als Perseus seinen Großvater Akrisios versehentlich mit einem Diskus traf und tötete.

Der Pegasos wurde zum Reittier des Bellerophontes, als sich dieser der Chiamaira (Untier mit Löwenkopf, Ziegenkörper und Schlangenschwanz) im Kampf stellte. Bellerophontes brachte die Chiamaira um, indem er ihr einen Bleiklumpen in den Rachen warf, der im Feueratem des Ungeheuers schmolz und ihre Eingeweide verbrannte. Nach dieser Heldentat hielt sich Bellerophontes für einen Gott und ritt mit Pegasos auf den Olymp. Zeus strafte dieses ungebührliche Verhalten, indem er eine Viehbremse schickte, die Pegasos stach, worauf dieser scheute und Bellerophontes von seinem Rücken hinab zurück auf die Erde stürzte. Seine Tage beendete er als Bettler.

Pegasos blieb bei Zeus im Olymp und diente ihm zum Tragen von Blitz und Donner.

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