Hufbeschlag – Beschlagen der Hufe

Durch die Verwendung von Hufeisen soll das Hufhorn vor übermäßiger Abnutzung geschützt werden. Hufeisen sollen zudem das Ausbrechen des Tragrandes verhindern, die natürliche Stellung und den natürlichen Gang des Pferdes erhalten bzw. verbessern sowie bei Erkrankungen der Hufe oder Gliedmaßen zur Heilung beitragen.

Es wird generell zwischen dem Heißbeschlag und dem Kaltbeschlag unterschieden. Beim Heißbeschlag werden die Hufeisen erhitzt und an den Huf angepasst. Beim kalten Beschlag ist es nur möglich kleinere Veränderungen am Eisen vorzunehmen.

Beim Hufbeschlag muss das Eisen genau an den Huf und an die Gliedmaßenstellung angepasst werden. Außerdem sollte das eingesetzte Hufeisen hinsichtlich seiner Eigenschaften dem Gebrauchszweck entsprechend ausgewählt werden.




Um zu verhindern, dass sich das Pferd mit den vorgreifenden Hinterbeinen die vorderen Eisen abtritt, dürfen die Schenkelenden der Eisen nur minimal über die Trachtenecken nach außen und hinten ragen.

Beim Beschlagen der Hufe wird das Hufeisen mit sechs bis acht Nägeln am Huf fixiert. Die Hufnägel durchstoßen die Hornwand etwa 2cm über dem Tragrand. Betrachtet man einen beschlagenen Huf von der Seite, dürfen die eingeschlagenen Hufnägel maximal bis zur Mitte des Hufes reichen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der elastische Bewegungsspielraum des hinteren Bereichs des Hufes erhalten bleibt. Der Hufschmied verwendet nach dem Beschlagen die Feile, um alle scharfen Kanten an der äußeren Rundumkante des Hufeisens zu beseitigen.

Nach dem alle Hufe beschlagen wurden, muss der neue Hufbeschlag auf seine Korrektheit kontrolliert werden. Dazu schaut sich der Hufschmied das Pferd im Stand und in der Bewegung an.

Wer einen längeren Ritt plant, sollte diesen erst frühestens acht Tage nach dem Hufbeschlag durchführen.

Im Abstand von vier bis sechs Wochen muss der Hufbeschlag in der Regel erneuert werden, da die Hufe ansonsten zu lang wachsen, es zu einer Störung des Hufmechanismus kommen könnte und festsitzende Steinchen zwischen Hufeisen und Tragrand tief in die weiße Linie eindringen können, was zu einem Hufgeschwür führen kann.

Der Hufbeschlag darf nur durch einen staatlich geprüften Hufbeschlagschmied vorgenommen werden. Es liegt in seinem Kompetenzbereich, einfache Korrekturmaßnahmen zu beurteilen. Wenn ein orthopädischer Beschlag bei oder nach Huferkrankungen notwendig ist, sollte im Vorfeld ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Wenn Pferde Untugenden zeigen, die Auswirkungen auf das Beschlagen haben können, sollte der Hufschmied hierüber im Vorfeld informiert werden. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, schwierigere Pferde vor dem Beschlagen intensiv zu arbeiten.

Bei beschlagenen Pferden sollte der richtige Sitz der Hufeisen regelmäßig kontrolliert werden. Im Rahmen der Hufreinigung schieben Sie dazu die Spitze des Hufkratzers vorsichtig zwischen Eisen und Huf. So können Sie feststellen, ob es noch gut anliegt. Wenn das Horn schon über die Ränder der Hufeisen hinauswächst, obwohl die Eisen noch gut sitzen, können die Eisen manchmal nach einem Beschnitt durch den Hufschmied erneut verwendet werden.