Aegidienberger

Farbe:
alle Farben

Herkunft:
Deutschland

Einsatz:
Reitpferd, Gangpferd

Stockmaß:

ca. 1,40m bis 1,50m





Anatomie:

Der Aegidienberger zeichnet sich durch einen trockenen, ausdrucksstarken Kopf mit lebhaften Augen aus. Der kurze, starke Hals des Aegidienbergers ist gut aufgesetzt. Seine fast steile Schulter ist gut mit Muskeln versehen. Der kurze, starke Rücken geht in eine breite, muskelbepackte Kruppe über. Die Hufe des Aegidienbergers sind gut geformt.

Besonderheiten:

Der Aegidienberger ist eine Kreuzung aus Isländern und Paso Peruanos. Die Veranlagung zum Tölt ist genetisch in der Pferderasse verankert.

Aegidienberger – Geschichte und Interessantes zur Rasse

Der Aegidienberger ist eine recht junge Pferderasse, die Ihren Ursprung in Deutschland hat. Verantwortlich für die Züchtung ist Walter Feldmann vom „Gangpferdezentrum Aegidienberg“ im Siebengebirge in der Nähe von Bonn. Sein Zuchtziel bestand darin ein töltendes Gangpferd zu erreichen, das etwas größer und eleganter als ein Isländer daherkommt. Dazu bediente er sich Pasu Peruanos, die bekannt für ihren weichen Tölt sind und Isländern. Zeitgleich mit den Zuchtbemühungen im Gangpferdezentrum Aegidienberg wurde auch im Gestüt Birrekoven gezüchtet. Im Mai 1989 war es dann endlich soweit und der Aegidienberger wurde zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die offizielle Anerkennung der Rasse folgte im Mai 1994.

In Deutschland und Österreich gibt es mittlerweile rund 600 Aegidienberger. Die Zucht wird mit einem Paso Peruano Hengst und fünf Aegidienberger Hengsten fortgeführt.

Aegidienberger sind leichtrittige Naturtölter, die taktklare, hohe, weite Bewegungen zeigen und nervenstark sind. Dazu besitzen die Pferde dieser Rasse eine elegante Ausstrahlung und viel Energie. Im Vergleich zum Isländer kann der Aegidienberger deutlich besser mit hohen Temperaturen beispielsweise in einem heißen Sommer umgehen. Wenn er entsprechend ausgebildet wird, eignet sich der Aegidienberger genauso gut wie der Isländer für Distanzritte und Wanderritte.

Er ist insgesamt deutlich leichter zu reiten und wesentlich weniger stur als der Isländer. Außerdem ist der Aegidienberger sehr leistungswillig und besitzt einen großen Bezug zum Menschen.

Die Anhänger des Isländers lehnen den Aegidienberger überwiegend ab, weshalb die Rasse auch keinen Zugang zu den meisten Turnieren hat. Aus diesem Grund haben sich mittlerweile eigene Interessensgemeinschaften gebildet, die Turniere und Wettbewerbe für Aegidienberger veranstalten.

Die Aufzucht des Aegidienbergers erfolgt im Herdenverband. Diese Pferde eignen sich nicht für eine Haltung in Einzelboxen und sollten unbedingt im Offenstall mit Artgenossen untergebracht werden.