Shetland Pony

Farbe:
alle Farben mit Ausnahme von Tigerschecken

Herkunft:
Shetland-Inseln (Schottland)

Einsatz:
Reitpferd, Fahrpferd, Arbeitspferd

Stockmaß:

ca. 0,87m bis 1,07m






Anatomie:

Mittlerweile gibt es weltweit verschiedene Zuchtrichtungen des Shetland Ponys, die sich teilweise optisch sehr stark vom ursprünglichen Typ der Ponyrasse unterscheiden. Im Original hat das Shetland Pony einen kleinen Kopf mit gerader Nasenlinie, großen, wachen Augen und kleinen, abgerundeten Ohren. Die Stirn ist breit und das kleine Maul weist eine feine Form auf. Das Shetland Pony hat einen kurzen, kräftigen Hals mit einem breiten Ansatz. Die Schultern sind lang und schräg. Der Widerrist des Shetland Ponys ist fast gar nicht ausgeprägt. Insgesamt steht das Shetland Pony im Langrechtecktyp. Sein Rücken zeigt eine mäßige Länge, die Kruppe ist muskulös und rund. Der Schweif setzt verhältnismäßig hoch an der Kruppe an. Die kurzen, kräftigen Gliedmaßen zeigen stabile Gelenke und kurze, steile Fesseln. Die Hufe des Shetland Ponys sind klein, rund und von bemerkenswert guter Qualität. Im Sommer hat das Shetland Pony ein kurzes, glänzendes Deckhaar. Das lange Winterfell ist aus zwei Schichten aufgebaut: An der Oberseite lässt eine Schicht aus langen, drahtigen Haaren die Feuchtigkeit abperlen. Darunter spendet eine Schicht aus dichter, weicher Unterwolle ausreichend Wärme. Das Langhaar des Shetland Ponys zeigt ebenfalls eine hohe Dichte, wobei die Mähne oft sehr eigenwillig ist.

Porträt des Shetland Ponys

Es wird angenommen, dass die Ahnen des Shetland Ponys bereits in der Bronzezeit auf den britischen Inseln gelebt haben. Aufgrund der widrigen Umweltbedingungen der Shetland-Inseln mit stürmischem Wetter, wenig Schutzmöglichkeiten durch fehlende Vegetation (nur niedrige Sträucher) und spärlichem Futter mit wenig Nährwert entstanden Pferde kleiner Statur, die sich durch Zähigkeit und ausgeprägte Leichtfuttrigkeit auszeichneten. Vermutungen zufolge, ist nicht ausgeschlossen, dass die Shetland Ponys zeitweise durch iberische Pferde beeinflusst wurden.

Im 19. Jahrhundert wurden die Shetland Ponys zusammen mit Kindern in den englischen Kohleminen eingesetzt. Die Ponys, die trotz ihrer geringen Körpergröße sehr kräftig und zugstark sind, mussten Kohlewägen durch niedrige Stollen ziehen. Zahlreiche Shetland Ponys, die in den Minen ihr Dasein fristeten, blieben ihr Leben lang unter Tage. Aufgrund der anhaltenden Dunkelheit kam es dabei rasch zur Erblindung der Tiere.

Das Shetland Pony wurde von den Bauern auf den nordostenglischen Inseln als Pack- und Zugpferd und zum Reiten verwendet. In der Regel fingen die Bauern die benötigten Pferde dazu aus der Wildnis. Außerdem wurden keine fremden Pferderassen auf die Shetland-Inseln gebracht, was dazu führte, dass die Ponyrasse bis heute noch sehr rein erhalten geblieben ist.

In Relation zu seiner Größe ist das Shetland Pony die Pferderasse, die physisch am stärksten ist. So ist das Shetland Pony auch in der Lage einen leichten Erwachsenen zu tragen. Die Gänge des Shetland Ponys sind frei und zeigen eine schöne Aktion, was die Rasse interessant für Führzügel-Klassen, Dressur, Springen, Ponyrennen, die Ausbildung an der Hand oder aber für den Fahrsport macht.

Das Shetland Pony gehört zu den ursprünglichen Ponyrassen und zeigt den typischen „Ponykopf“ mit einer deutlichen Eigenwilligkeit und Sturheit. Es lässt sich kaum zu etwas bewegen, was es selber nicht will. Das Shetland Pony präsentiert sich allerdings auch äußerst wach, sehr intelligent, lernwillig und lernfähig. Shetland Ponys brauchen eine konsequente Erziehung und sind als reine Kinderponys meist nur schlecht geeignet, da sie relativ schnell das Kommando übernehmen, wenn das Kind sich nicht entsprechend deutlich durchsetzt. Ein gut ausgebildetes und gut geführtes Shetland Pony begeistert durch seinen Mut, seine Nervenstärke und seine Trittsicherheit.