American Saddlebred

Farbe:
Füchse, Rappen, Braune, Schimmel, Schecken

Herkunft:
Kentucky (Amerika)

Einsatz:
Reitpferd, Gangpferd, Showpferd

Stockmaß:

ca. 1,52m bis 1,65m





Anatomie:

Das American Saddlebred hat einen edlen, schmalen, trockenen Kopf mit großen, ausdrucksstarken Augen. Der Hals ist hochangesetzt, lang und zeichnet sich durch Eleganz aus. Insgesamt ist der Körper des American Saddlebreds eher kurz. Die Brust ist breit Die Schulter ist bemuskelt und steil angesetzt. Die Hinterhand stark und beweglich. Insgesamt sind die Beine der Rasse lang und mit trockenen Gelenken versehen. Auf langen, festen Hufen steht das American Saddlebred sicher. Ein besonderes Merkmal ist der lange, üppige Schweif.

Infos zum American Saddlebred

Das American Saddlebred (auch: American Saddle Bred, American Saddlehorse oder American Saddle Horse) ist eine Pferderasse, die im 19. Jahrhundert entstanden ist. Züchter des American Saddlebred waren reiche Plantagenbesitzer aus Kentucky, die sich ein Pferd mit bequemen Gängen wünschten, das optisch schon aus der Ferne als etwas Besonderes zu erkennen war. Auf enorme Geschwindigkeit wurde bei der Zucht nicht geachtet, viel wichtiger waren Ausdauer und leichte Rittigkeit, damit der Reiter auch während eines langen Tages im Sattel nicht ermüdete.

Bei der Zucht des American Saddlebred ging man sehr sorgfältig vor. Verwendet wurden ausgewählte Vollblut-Hengste, Morgan Horses und Narrangansett Pacer (amerikanische Pferderasse). Nach etlichen Generationen erhielt man ein Pferd, das sich durch Intelligenz, Leistungsbereitschaft, Rittigkeit und gleichzeitig durch feuriges Temperament auszeichnete. In den Anfängen wurde die Rasse als Kentucky Saddle Horse bekannt. Der hohe Halsaufsatz, die gewaltige Knieaktion und das temperamentvolle bis leicht hysterische Auftreten machten das Saddlebred zu einem ganz besonderen Pferd seiner Zeit. Optisch erschien es äußerst hochgezüchtet und elegant, wobei allein dadurch klar war, dass es sich hierbei nicht um ein Pferd für den einfachen Landarbeiter handelte.

Heutzutage ist das American Saddlebred durch Intensivzucht zu einem äußerst beliebten Showpferd avanciert. Insgesamt existieren drei verschiedene Showtypen innerhalb der Pferderasse: Es gibt den Dreigänger, der über die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp verfügt, wobei letztere Gangart in extremer Versammlung mit besonders hoher Knieaktion (Kanter) gezeigt wird. Der zweite Typ wird auch als Fine-Harness-Horse bezeichnet und gehört zu den Fahrpferden. Präsentiert wird das Fine-Harness-Horse in äußerst dünnem Geschirr vor einem ausgesprochen leichten Wagen mit vier Rädern. Dabei muss es einen schnellen Schritt und einen leichten Park-Trab zeigen. Der dritte Typ des American Saddlebreds ist ein Fünfgänger, der neben den drei natürlichen Gangarten noch über zwei „künstliche“ Gangarten (Slow Gait und Rack) verfügt. Zu den Vorführungen mit diesem Vertreter der Rasse gehören unbedingt eine lange, wallende Mähne und ein ebenso herrlicher Schweif bei den Tieren dazu. Der Slow Gait ist eine Gangart im Viertakt, die sich durch eine besondere Langsamkeit und Weichheit auszeichnet. Er gleicht dem schnellen Paß, wobei das Pferd jedes Bein einzeln anhebt und kurz in der Luft – zögerlich erscheinend) hält, bevor es wieder auftritt. Der Rack ist quasi identisch mit dem Slow Gait, zeichnet sich allerdings durch enorme Geschwindigkeit aus. Das American Saddlehorse legt im Rack eine Meile (entspricht 1609m) im sagenhaften Zeitraum von 2,19 Minuten zurück. Dabei erscheint das Pferd mit seinen weit ausholenden Bewegungen wie ein Tänzer, für den es nur den Weg nach Vorne gibt.

In Amerika sind die Menschen derart angetan von den Shows mit den Saddlebreds, dass hier einige Dinge geschehen, die für die Tiere nicht wünschenswert sind. So werden Gewichte zwischen Huf und Eisen angebracht, um die Knieaktion noch mehr zu steigern oder Schweifmuskeln durchtrennt, damit der Schweif permanent hochgebogen getragen wird. Hinzukommt, dass die Tiere vor allem für ihre Optik geschätzt werden, was ihnen meist ein wenig artgerechtes Leben mit ständiger Decke auf dem Körper und vollkommen ohne Freigang beschert.

Das American Saddlebred ist ohne die Eingriffe ein besonders edles, gut zu reitendes Freizeitpferd, das ein ausgesprochen bequemes Gangwerk bietet.