Pura Raza Espanol

Farbe:
überwiegend Schimmel,
seltener Rappen, Braune
Füchse nicht zulässig

Herkunft:
Spanien

Einsatz:
Barockpferd, Sportpferd (Dressurreiten), Fahrpferd

Stockmaß:

ca. 1,50m bis 1,65m






Anatomie:

Der Pura Raza Espanol, der auch schlicht als Andalusier bezeichnet wird, hat einen kompakten quadratischen Körperbau mit einem hoch angesetzten, langen, geschwungenen Hals und einer tiefen, apfelförmigen Kruppe mit guter Bemuskelung. Der Rücken ist kurz und kräftig. Der Widerrist niedrig angesiedelt. Die Brust ist breit und die Schulter gerade. Der Pura Raza Espanol verfügt über kleine, harte Hufe. Der Kopf ist trocken und fein mit subkonvexem Profil. Die Ohren sind von mittlerer Länge und sehr beweglich. Der Schweif wird vom Andalusier wenig getragen. Zu den hervorstechenden Merkmalen der Rasse gehört die üppig ausgeprägte, seidige Mähne.

Pura Raza Espanol P.R.E. oder auch Andalusier

Die Pferderasse des Pura Raza Espanol (kurz: P.R.E. / auch: Andalusier oder Spanisches Pferd) ist ein Pferd zum Angeben. Pferde dieser Rasse beeindrucken auf den ersten Blick durch ihre auffällige Schönheit und Eleganz. Der Andalusier strahlt Adeligkeit aus und verzaubert durch langen, seidigen Behang. Abgerundet wird das Gesamtbild durch ein freundliches aber feuriges Wesen und unterstrichen durch bemerkenswerte Gänge.

Entstanden ist die Rasse des Pura Raza Espanol P.R.E. im Südteil der Iberischen Halbinsel. In den Adern der edlen Tiere fließt uraltes Berber- und Ibererblut. Verantwortlich für die Rasse waren die Kartäusermönche, die zu Anfang des 15. Jahrhunderts in ihren Klöstern in Cazallo, Jerez de la Frontera und Sevilla mit der Züchtung stark verfeinerter Spanischer Pferde begannen. Dabei achteten die Mönche strikt darauf, die Rasse frei von fremden Einflüssen zu halten. 1835 waren die Kartäusermönche allerdings gezwungen, ihre Gestüte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit aufzugeben. Zunächst übernahm die Familie Zapata die Zucht des Andalusiers und die damit einhergehenden Grundsätze. Anschließend verteilte sich beides auf Privatgestüte und das Militär. Noch heute züchtet das spanische Militär im einstigen Kartäuserkloster in Jerez de la Frontera das reine Cartujano-Pferd.

In der Barockzeit war das Pura Raza Espanol P.R.E. quasi der Prototyp des edlen Reitpferds schlechthin. Zu dieser Zeit ritten alle Adeligen in Europa auf Pferden dieser Rasse. Es gibt auch heute keine andere Pferderasse, die dem Andalusier hinsichtlich der Begabung für die Lektionen der Hohen Schule, hinsichtlich der Wendigkeit im Nahkampf oder zum Stierkampf das Wasser reichen kann.

Das Spanische Pferd ist kein Pferd, das sich für jeden Reiter eignet. Charakterlich zeigt es trotz seines Feuers eine große Bezogenheit zum Menschen, was sich unter anderem darin widerspiegelt, wie schnell Jungpferde sich an den Menschen gewöhnen, obwohl sie die ersten zweieinhalb Jahre ihres Lebens beinahe wild in gewaltigen Herden aufwachsen. Der Andalusier ist zweifelsohne sehr leichtrittig, wobei wenig Bein notwendig ist und mit äußerst exakten EInsatz von Balance und Gewicht vorgegangen wird.

Das Pura Raza Espanol P.R.E. zeichnet sich durch Mut, eine hohe Intelligenz und besonderen Ehrgeiz aus. Aus diesem Grund eignet es sich nicht für schwache oder wenig ambitionierte Reiter, die nur mal gelegentlich mit dem Pferd in Gelände oder ein paar Runden in der Bahn drehen wollen. In solchen Fällen kommt es schnell zur Unterforderung und Langeweile beim Andalusier, was sich darin zeigt, dass sich die Pferde eigene Dinge ausdenken, die meist weniger im Interesse des Reiters liegen.

Eine ordentliche Grundausbildung muss beim Andalusier ebenso erfolgen, wie taktreines Reiten und eine rückenfreundliche Behandlung. Dennoch werden Pferde dieser Rasse anders geritten, als die Warmblüter aus unseren Gefilden. So eignet sich die Ausbildung „hinten Treiben, vorne Gegenhalten“ überhaupt nicht. Für die Ausbildung eines Andalusiers sollte man sich deshalb jemanden suchen, der die Besonderheiten der Rasse kennt und über viel Erfahrung damit verfügt.

Robusthaltung in einem ordentlich gestalteten Offenstall ist kein Problem. Hinsichtlich der Fütterung des Andalusiers muss allerdings bedacht werden, dass die Pferde aus einem Land stammen, wo nur wenig Gras zur Verfügung steht und wenig Hafer gefüttert wird. Aus diesem Grund muss man besonders auf den Eiweißgehalt des Futters achten.