Trakehner

Farbe:
alle Grundfarben – selten Schimmel, vereinzelt Schecken

Herkunft:
urspr. Ostpreußen, jetzt ganz Deutschland (seit 1945)

Einsatz:
Reitpferd, Sportpferd (vor allem Dressur, Vielseitigkeit), Jagdpferd, Fahrpferd

Stockmaß:

ca. 1,60m bis 1,70m





Anatomie:

Der Trakehner ist ein edles, leichtes Reitpferd mit deutlichem Vollbluteinfluss, das durch seinen ausdrucksvollen Kopf und eleganten Hals auf sich aufmerksam macht. Der leichte, trockene Kopf hat ein grades Profil. Trakehner alten Typs weisen oft eine Elchnase auf, die in der heutigen Zucht allerdings nicht mehr erwünscht ist. Ein charakteristisches Merkmal für den Trakehner sind „Schlappohren“, die beim entspannten oder bewegten Pferd leicht zur Seite hängen beziehungsweise im Takt nach vorne und hinten pendeln. Bei den modernen Sportpferden ist dieses Merkmal jedoch nur noch vereinzelt festzustellen. Der Hals des Trakehners ist lang und schlank, die Schulter hat eine gute Schräge und der Widerrist ist ausgeprägt. Die Brust ist lang und fällt eher schmal aus. Früher stand der Trakehner insgesamt im Quadratpferdtyp, häufig sind jedoch auch oft Langrechtecktypen anzutreffen. Die Kruppe zeigt einen leichten Abfall. Der Schweif setzt auf mittlerer Höhe an. Teilweise ist der Bauch in Richtung der Hinterbeine ein wenig aufgezogen. Die trockenen Gliedmaßen besitzen Stärke. Der Trakehner hat glänzendes, mäßig dichtes Langhaar.

Geschichtliches und Wissenswertes über den Trakehner

Der Trakehner ist die älteste deutsche Warmblutrasse und blickt dementsprechend auf eine lange Geschichte zurück.  Im Jahr 1732 wurde in Ostpreußen das Hauptgestüt Trakehnen gegründet und mit der systematischen Zucht des Trakehners begonnen. Zweck des Gestüts war es den Pferdebedarf des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. zu gewährleisten. Für die Zucht wurden einheimische Pferde mit Arabern und Englischen Vollblütern gekreuzt, woraus beispielsweise der bekannte Hengst „Tempelhüter“ hervorging. Verfolgt man die Linie des Trakehners sehr weit zurück, so findet sich unter den Vorfahren des Trakehners auch das polnische Wildpferd – „der Konik“. Sein heutiges Erscheinungsbild hat der Trakehner, der auch als Ostpreuße bezeichnet wird, im 18. Jahrhundert erhalten.

Die Trakehner-Zucht florierte für einen langen Zeitraum. Im Zweiten Weltkrieges wurde die Pferderasse allerdings bezüglich ihres Durchhaltewillens und ihrer Robustheit auf eine harte Probe gestellt.

Keine andere Pferderasse musste so harten Belastungen standhalten, wie der Trakehner Ende des 2. Weltkrieges. – Tausende Familien machten sich im Herbst und Winter des Jahres 1944 auf die Flucht nach Westdeutschland, um den nahenden russischen Truppen zu entkommen. Die Trakehner wurden dazu vor Planwagen und andere Gefährte gespannt. Ungeheuer viele Pferde kamen dabei durch Frost und Hunger ebenso wie ihre Besitzer ums Leben. Nach dem Krieg waren von den vorher rund 25.000 registrierten Trakehnern nur noch etwa 1.200 übrig. Mit diesen überlebenden Tieren wurde in Westdeutschland der Grundstein für eine neue Trakehner-Zucht gelegt. Die daraus resultierenden Pferde bestachen neben ihrer eleganten Erscheinung vor allem durch eine ungemeine Härte und Zähigkeit. Trakehner-Gestüte wurden nun auf der ganzen Welt – insbesondere in den USA gegründet.

Der Trakehner hat sich in den letzten Jahren durch gezielte Zucht äußerlich zu einem modernen Sportpferd mit ausgeprägtem Gang-Werk weiterentwickelt. Daneben gibt es aber auch noch den alten Trakehner-Typ.

Der freundliche Trakehner zeichnet sich durch seine Ausdauer, seine Schnelligkeit und seine Klugheit aus. Er besitzt jedoch auch einen ausgeprägten Eigenwillen, was ihm den Ruf eines „schwierigen Pferdes“ eingebracht hat. Wird der Trakehner allerdings konsequent erzogen, zeigt er sich äußerst leistungswillig und gut zu handeln.

Bei Olympiaden und Weltmeisterschaften konnten Trakehner in verschiedenen Disziplinen Siege erringen.