Pferde: Misten und Strahlen

Misten:
Wie/Wo Pferde ihren Kot absetzen

Das Absetzen von Kot wird beim Pferd mit dem Begriff Misten oder Äppeln bzw. Äpfeln bezeichnet.

Wenn Pferde auf der Weide sind, misten sie etwa alle drei bis vier Stunden. Dabei ist es Stuten meistens ziemlich egal, wo sie ihren Kot absetzen. Ausnahme bilden vor allem blütige Stuten, die zum Äppeln bevorzugt üppige Grasstellen aufsuchen, wo bereits zuvor andere Pferde ihren Kot abgesetzt haben. Derartige „Pferdetoiletten“ auf der Weide werden auch Geilstellen genannt. Stuten stehen mit dem Kopf stets in Richtung der Geilstellen, was dazu führt, dass sich die Geilstellen immer weiter ausdehnen. Wallache suchen ebenfalls bevorzugt bereits vorhandene Geilstellen zum Misten auf, wobei sie jedoch ihren Kot immer innerhalb der Geilstelle absetzen, wodurch sich die Geilstelle nicht vergrößert. Hengste zeigen sich beim Misten sehr wählerisch, da das Absetzen von Kot eine besondere Rolle für sie spielt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren, die ihre Territorien deutlich durch Markierungen mit Kot und Urin kennzeichnen, beanspruchen Pferdeherden normalerweise keine festen Gebiete für sich. Dennoch gibt es auch bei den Pferden eine Art Markierungssystem.




Hengste setzen ihren Kot in Haufen ab. Wenn Sie auf einen fremden Kothaufen stoßen, legen sie mit sehr viel Sorgfalt ein paar eigene „Äpfel“ obendrauf. Wenn ein Hengst auf einen Haufen Pferdeäpfel trifft oder zu einem bereits bekannten Kotplatz zurückkehrt, veranstaltet er meist viel Aufhebens: Zunächst beschnuppert er die Pferdeäpfel mit äußerster Konzentration, um sich dann mit deutlichem Imponiergehabe so in Position zu bringen, dass er oben auf den Haufen misten kann. Oft ist im Anschluss daran noch zu beobachten, dass sich der Hengst noch einmal dreht, um sein „Werk“ in Augenschein zu nehmen bzw. noch einmal abschließend daran zu riechen.

Wenn ein Hengst die „Äpfel“ einer Stute entdeckt, setzt er darauf Urin ab, was meistens von einem Flehmen begleitet wird. Gelegentlich strahlen Hengste ebenfalls auf Stutenurin.

Auf diese Weise hinterlässt der Hengst also in seinem Gebiet seine eigenen Duftmarkierungen mit denen er die Duftmarkierungen der anderen Pferde überdeckt.

Hengste, die allein auf der Weide gehalten werden, setzen ihren Kot miest auch auf Haufen ab. Auch bei Boxenhaltung ist oft zu beobachten, dass Hengste nur in eine Stelle der Box misten, so dass der restliche Bereich der Box sauber bleibt. Bei einigen Wallachen sind diese typischen Hengstgewohnheiten ebenfalls noch vorhanden und es zahlt sich für den Pferdehalter aus, dieses Sauberkeitsverhalten zu unterstützen.

Wallach beim StrahlenStrahlen:
Wie/Wo Pferde ihren Urin absetzen

Das Absetzen von Urin bzw. das Urinieren bezeichnet man bei Pferden als Strahlen. Für das Strahlen suchen sich Stuten und Wallache keine besonderen Plätze aus. Gleiches gilt eigentlich auch für Hengste, die jedoch auch „besondere Plätze“ zum Strahlen nutzen, wenn sie diese finden (s.o.).

Bei vielen unserer Hauspferde ist zu beobachten, dass die Pferde das Strahlen auf hartem Boden unterdrücken. Ein Pferd lässt nur ungern auf dem Betonboden der Stallgasse Urin ab, da dieses unangenehm vom harten Grund hochspritzt.

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