Pferdesprache – Drohgebärden

In der Pferdesprache gibt es zwei unterschiedliche Arten des Drohens: Das Pferd droht entweder zur Verteidigung, wenn es sich von Artgenossen oder Feinden bedroht fühlt oder droht aggressiv und kündigt damit einen eigenen Angriff an. In beiden Fällen steigern sich die Drohgebärden des Pferdes in drei Stufen.

Beim verteidigenden Drohen, legt das Pferd zuerst seine Ohren zurück, der Schweif hängt nach unten und die Hinterhand wird präsentiert. Im nächsten Schritt hebt das Pferd ein Hinterbein ein und kündigt damit sein bevorstehendes Ausschlagen an. Wenn diese Warnhinweise keine Wirkung zeigen, schlägt das Pferd mit beiden Hinterbeinen aus.




Beim aggressiven Drohen zeigt sich das Pferd zunächst vollkommen angespannt, die Ohren sind flach zurückgelegt, der Schweif wird leicht angehoben und der Kopf stößt nach vorne. Anschließend wird wütend mit dem Schweif hin und her geschlagen. Es hebt die Vorderbeine an – gelegentlich steigt es auch komplett. Im letzten Schritt galoppiert das Pferd an und zeigt ein geöffnetes Maul mit dem es Zubeißen wird.

Das aggressiv drohende Pferd in der Praxis

Friedliches Grasen

Noch ist die Stimmung bei diesen grasenden Stuten in Ordnung. Beide haben sich während des Fressens immer weiter aufeinander zu bewegt.

Der Konflikt bahnt sich allmählich an

Die rechte Stute versucht „Boden gut zu machen“ – noch ohne
wirklichen Druck auszuüben.

Stimmung kippt

Die Stimmung kippt. Die rechte Stute verliert die Geduld und zeigt
mit dem Zurücklegen der Ohren eine erste Drohgebärde.

Letzte Warnung

Letzte Warnung: Das Senken und Wegdrehen der linken Stute reicht der rechten Stute nicht aus. Sie macht einen langen Hals und öffnet das Maul leicht. Gleich geht sie zum Angriff über…

Angriff

Angriff: Die rechte Stute schnellt vor und versucht die Artgenossin zu beißen, die mit wehendem Schweif und Mähne die Flucht ergreift.

Die Anspannung hält noch ein paar Augenblicke an

Obwohl der Angriff erfolgreich war und die vermeintliche Rivalin in die Flucht geschlagen wurde, bleibt die Anspannung noch ein paar Augenblicke lang bestehen…

und weitergrasen

Bevor die Stute ihren gewonnenen Freiraum nutzt und friedlich weitergrast (als wäre nichts gewesen)… die Anspannung ist vollkommen verflogen.

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