Steigen

Ursprünglich war das Steigen eine natürliche Verhaltensweise des Pferdes. Beim Steigen steht das Pferd nur auf den gestreckten Hinterbeinen. Die Vorderhufe (Vorhand) hält es mehr oder weniger hoch in die Luft.

Zu beobachten ist das natürliche Steigen des Pferdes beispielsweise beim Hengstkampf. Dabei versuchen sich die beiden Kontrahenten zunächst gegenseitig durch Steigen zu beeindrucken und einzuschüchtern. Kommt es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung, bildet das Steigen die Basis für einen Angriff mit Vorderhufen und Zähnen. Auch im Spiel zweier Hengste steigen die Pferde häufig.

Das Steigen, das den Pferden in der Freiheitsdressur andressiert wird, lässt sich nicht direkt aus dem natürlichen Steigen ableiten.




In der Pferdehaltung versuchen sich Hengste teilweise durch Steigen beim Menschen durchzusetzen. Auch Wallache zeigen dieses Verhalten gelegentlich in der Grundausbildung, bevor sie sich ihrem Ausbilder bereitwillig anschließen.

Wenn ein Pferd unter dem Sattel steigt, um sich gegen seinen Reiter zu widersetzen, so kann dieses verschiedene Ursachen haben. Es kann sich dabei um Scheuen (Angst) handeln. Oft ist es jedoch eine falsche Hilfengebung durch den Reiter, worauf das Pferd mit Steigen als Ausdruck der Verzweiflung reagiert, weil es Schmerzen hat oder nicht versteht, was der Reiter von ihm will. Es gibt Pferde, die aufgrund zu harter Reiterfäuste und anderer Zwänge zu gewohnheitsmäßigen Steigern werden. Daneben kann auch Sattelzwang ein Auslöser für Steigen sein.

Um auf Steigen zu reagieren, hilft nur energisches Vorwärtsreiten in die Gangbewegung zur Volte (Kreisform). Hier kann das Pferd nicht zum Steigen ansetzen, da ihm dieses nur aus dem Stand möglich ist.