Dressurreiten: Kür oder Freistildressur

Am letzten Tag eines Dressur-Championats steht die Kür / Freistildressur für Pferd und Reiter auf dem Programm. Dabei steht im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Tagen mit Grand Prix und Grand Prix Special nicht nur die reiterliche Darbietung, sondern auch die Musik im Vordergrund.

Die Dressurreiter haben in den Monaten der Vorbereitung auf die Kür nicht nur an der Choreografie ihres Rittes gearbeitet, sondern auch die dazu passende Musik im Tonstudio ausgewählt. Die Reihenfolge der vorgeschriebenen Pflichtlektionen in der Kür, die Schwierigkeitsgrade und die Raumaufteilung kann der Dressurreiter bei der Kür frei wählen und zusammenstellen.

Um die passende Musik zur Kür zu finden, wird die Kür beim Training auf Video aufgenommen. Später setzt sich dann der Dressurreiter mit einem Musikfachmann zusammen und beide überlegen, wie die Kür mit Musik perfekt untermalt werden kann. Zudem wird die Musik so gewählt, dass Höhepunkte der Kür akustisch hervorgehoben und schwächere Phasen dezent überspielt werden.




Der persönliche Geschmack des Reiters entscheidet über die Stilrichtung. Von klassischen Melodien bis zu modernen Popstücken ist alles möglich. Da der Dressurreiter die gewählte Musik noch etliche Male im Training und später bei der Kür hören muss, sollte er sich für Musik entscheiden, die ihm wirklich gefällt und mit der er sich wohlfühlt.

Daneben sollte die Musik in der Kür auch zum eingesetzten Dressurpferd passen – idealerweise auch zu dessen Namen. So war beispielsweise bei Isabell Werth und Gigolo das Lied „Just a Gigolo“ immer obligatorischer Bestandteil der Kür-Musik.

In den Spitzenklassen des Dressursports werden die einzelnen Musikpassagen der Kür-Musik in der Regel nicht einfach von vorgefertigten CDs zusammengeschnitten, sondern durchweg arrangiert und gelegentlich sogar extra von einem Orchester eingespielt. Ein derartiger Aufwand kann schnell mit Kosten von bis zu 10.000 Euro zu Buche schlagen und ist für den gewöhnlichen Amateur- und Freizeitreiter nicht zu tragen. Alternativ bieten sich deshalb fertige CDs mit Aufnahmen bekannter Philharmonie-Orchester an.

Das beste Ergebnis in einer Kür erzielte die Niederländerin Anky von Grunsven bei den Olympischen Spielen in Sydney. Sie erhielt mit dem Pferd Bonfire von den Richtern 86,05% der Höchstnoten und sicherte sich so vor Isabell Werth die Goldmedallie. 2005 stellte Anky von Grunsven ihren eigenen Weltrekord beim Weltcup-Finale in Las Vegas ein. Dabei ritt sie Salinero und erreichte satte 87,725% der Höchstnoten.