Aufbau eines Fahrturniers

Fahrturniere werden für Einspänner, Zweispänner, Tandems und Vierspänner durchgeführt. An diesen Wettbewerben können Pferde und Ponys teilnehmen. Der Aufbau eines solchen Fahrwettbewerbs entspricht in etwa dem eines Vielseitigkeitsturniers im Reitsport. Ein Fahrturnier ist dementsprechend eine Allroundprüfung, die sich in drei Teile gliedert.

Teil A des Fahrturniers: Dressurprüfung

Beim Teil A des Fahrwettbewerbs handelt es sich um eine Dressurprüfung. Die Größe des Platzes für die Dressurprüfung, ergibt sich aus der Art der Anspannung, die gefahren wird. Bei einem 10m langen Viererzug hat der Dressurplatz eine Größe von 100×40 Metern. Beurteilt werden bei der Dressurprüfung unter anderem die Korrektheit der festgelegten Figuren, der Fahrstil, die Gleichmäßigkeit der Gänge und der Gehorsam der Pferde. Daneben spielen auch die Präsentation und der Allgemeineindruck Einfluss auf die Bewertung. Während der Dressurprüfung zeigen sich auch die Fahrer in klassisch-eleganter Kleidung mit Zylinder und Frack. Die Beifahrer tragen Livree.




Teil B des Fahrturniers: Ausdauerprüfung/Marathonprüfung

Der zweite Teil des Fahrturniers besteht in einer Ausdauerprüfung (auch: Marathonprüfung). Dabei muss beispielsweise ein Vierspänner eine Distanz von 27 Kilometern in einem Zeitraum von zwei Stunden zurücklegen. Wie bei den Vielseitigkeitsturnieren sind hierbei für bestimmte Etappen bestimmte Geschwindigkeiten vorgeschrieben. Allerdings wird nur im Schritt oder Trab gefahren, Galopp ist verboten. Während der Marathonprüfung werden Geschwindigkeiten von bis zu 18km/h erreicht.

Auf den letzten zehn Kilometern muss der Fahrer dabei acht Hindernisse durch- oder umfahren, wobei es gilt das eigene fahrerische Geschick und den Gehorsam der Pferde unter Beweis zu stellen. Die Hindernisse (Bäume, Hügel, Wasser) können künstlich oder natürlich sein. Fester Bestandteil jeder Marathonprüfung sind Wasserhindernisse, zu deren Überwindung ein entschlossener, guter Fahrer und mutige, bereitwillige Pferde notwendig sind.

Bei der Ausdauerprüfung ist wie bei den Distanzritten eine Pause vorgeschrieben, wo ein Tierarzt eine Kontrolluntersuchung bei den Pferden durchführt.

Während dieser Prüfung im Gelände ist für den/die Fahrer praktische, strapazierfähige Kleidung zu empfehlen und wegen des Sturzrisikos ein Sturzhelm für die gesamte Besatzung der Kutsche vorgeschrieben. Die Crew (zusätzliche Personen auf der Kutsche) dient bei der Prüfung als menschlicher Ballast, der bei Kurven oder Steigungen von Bedeutung ist.

Teil C des Fahrturniers: Hindernisfahren

Im dritten Teil des Fahrturniers wird ein Hindernisfahren auf dem Platz durchgeführt, wobei der Fahrer bis zu 20 Hindernisse exakt taxieren muss und zeigen muss, wie fit sein Pferd/seine Pferde sind. Als Hindernisse dienen Pylonen, die jeweils mit einem kleinen Ball auf der Spitze versehen sind. Die Bälle fallen bei der kleinsten Berührung herunter, wofür es ebenso wie für Zeitüberschreitungen Strafpunkte gibt. Die Zeit für das Hindernisfahren ist knapp bemessen. Die Kleidung beim Hindernisfahren ist wieder elegant.