Bekannte Hindernisrennen

Grand National Steeplechase

Das wohl berühmteste Hindernisrennen der Welt ist das Grand National Steeplechase in Großbritannien. Die Teilnahme an diesem Rennen ist das Ziel aller Pferdebesitzer und Jockeys. Beim Grand National werden die Gewichte der Reiter so ausgeglichen, dass eine theoretische Chancengleichheit für jedes Pferd besteht. Das Grand National gilt als schwerstes Hindernisrennen der Welt. Auf keiner anderen Rennbahn haben Außenseiter eine größere Chance auf den Sieg. Ausgetragen wird das Grand National in der Nähe von Liverpool auf der Bahn Aintree.




Beim Grand National sind Massenstürze an der Tagesordnung, weshalb das Grand National bei Tierschützern alles andere als beliebt ist. Das gefährlichste Hindernis des Grand National ist Becher‘s Brook – benannt nach Captain Becher. Becher gewann im 1836 den ersten Grand National, wobei gigantische 42 Hindernisse überwunden werden müssen. Weitaus berühmter als dieser Sieg, machte ihn allerdings die Niederlage, die er drei Jahre danach beim Grand National erlitt. Becher stürzte dabei im ersten Umlauf am sechsten Hindernis in den Graben, stieg jedoch wieder auf und setzte das Rennen fort. Allerdings nur, um beim zweiten Umlauf an derselben Stelle wieder im Graben zu landen, wo er zuschauen musste, wie das gesamte Feld über ihn hinweg flog.

Das Rennbahngelände in Aintree wurde im Laufe der Jahre mehrfach verkauft und das Grand National stand des Öfteren vor dem Aus. Bis heute findet das Grand National Steeplechase allerdings nach wie vor Jahr für Jahr statt.

Cheltenham Cup

Der Cheltenham Cup ist das „i-Tüpfelchen“ des Hindernisrennens. Auf einer Strecke von 5,2 Kilometern warten 22 Hindernisse auf Pferd und Reiter, was ein hohes Durchhaltevermögen erforderlich macht. Ein nur mittelmäßiges Pferd kann sich in diesem Wettbewerb nicht durchsetzen. Mit dem Cheltenham Cup vergleichbar ist das Rennen in Anteuil in der Nähe von Paris, das jedes Jahr im Juni stattfindet und über eine Strecke von 5,8 Kilometern führt. In der Geschichte der Hindernisrennen, gibt es nur zwei Pferde, denen es gelungen ist, beide Rennen zu gewinnen. Einmal „Mandarin“, welcher im Jahr 1962 beide Rennen für sich entscheiden konnte. Auf der anderen Seite „The Fellow“, der 1991 in Paris gewann und drei Jahre danach auch in Cheltenham siegreich von der Bahn
ging.

Weitere populäre Hindernisrennen weltweit

Jenseits von Großbritannien, wo eine sehr besondere Hindernisrennkultur gepflegt wird, handelt es sich bei den Hindernisrennen mehr um „Cross-country-Rennen“.

Das bekannteste zugleich auch berüchtigtste Rennen dieser Art wird seit 1874 jedes Jahr im Oktober in Pardubice in Tschechien veranstaltet. Das Rennen ist bekannt als das Große Pardubitzer Steeplechase. Alljährlich sind in den Medien Bilder von sterbenden und toten Pferden beim Rennen in Pardubice zu sehen. Zwar konnten auch hier Proteste der Tierschützer eine Entschärfung der Hindernisse erreichen, trotzdem kommen nur etwa zwei Drittel der Pferde über die Ziellinie. Dabei sind sie meist entkräftet und fürs ganze Leben geschädigt. Die Strecke in Pardubice geht über 6,8 Kilometer und ist nicht einmal besonders hoch, allerdings kaum taxierbar für die Pferde. Wenn ein einzelnes Pferd stürzt, zieht es meist die nachfolgenden Tiere mit sich.

In Nordamerika ist der Colonial Cup das wichtigste Hindernisrennen. Der Colonial Cup wird in Camden (South Carolina) über traditionelle Hindernisse abgehalten. Außerdem bekannt ist der Maryland Hunt Cup, wobei feste Holzzäune als Hindernisse eingesetzt werden. Ein bekannter zweifacher Sieger dieses Rennen ist das Pferd „Jay Trump“. Dieser konnte außerdem im Jahr 1964 das Grand National gewinnen und außerdem den dritten Platz im Grand Steeplechase erlangen.