Hindernisrennen: Jagdrennen, Hürdenrennen

Die schwerste Form des Hindernisrennens ist das Jagdrennen. Dabei geht es über verschiedene Hindernisse, wie Mauern, Wälle und Gräben, die unterschiedlich hoch bzw. breit sind und einander ständig abwechseln. Bestandteil jeden Rennens sind zwei oder drei Wassergräben mit einem dahinter befindlichem Hindernis und ein Wassereinsprung mit einem vorgelagerten Hindernis, die es zu überwinden gilt. Die Hindernishöhe bei Jagdrennen kann bis zu 1,37m betragen.

Das Grand National in Aintree bei Liverpool ist das berühmteste Jagdrennen weltweit. Seit 1839 wird dieses Rennen auf einem einmaligen Kurs durchgeführt. Die Distanz beträgt 7,2 Kilometer. Auf diese 7,2 Kilometer verteilen sich insgesamt 30 feste Hindernisse, die mit Fichten abgedeckt sind und eine Höhe von 1,50m aufweisen. Das Jagdrennen in Aintree ist ein sehr schweres Rennen – gilt sogar als das schwerste Hindernisrennen der Welt. Jahr für Jahr kommt es zu Stürzen bei den Pferden, die oft nicht ohne Verletzungen bleiben. Nicht selten müssen die Pferde dann auch an Ort und Stelle getötet werden. Mittlerweile wurde allerdings einige der gefährlichsten Hindernisse in Aintree aufgrund vermehrter Proteste von Tierschützern entschärft.

Bei Hürdenrennen setzen sich die Hindernisse aus Hecken oder aus mit Reisig bestückten Holzgestellen zusammen, die durchsprungen werden können. Die Höhe dieser Hindernisse liegt zwischen 0,80m und 1,10m.

In Großbritannien und Irland ähneln sich die Hindernisse der meisten Rennen. Der jeweilige Schwierigkeitsgrad der Rennen resultiert aus der Streckenführung und der Kombination von Hoch- und Weitsprüngen. Im Gegensatz dazu sind die Rennen in Kontinentaleuropa mit stark variierenden Hindernissen ausgestattet.

Das bekannteste Hindernisrennen in Frankreich, wird in Anteuil in der Nähe von Paris veranstaltet. Hier gibt es neben den verbreiteten Standardhindernissen auch Wassereinsprünge, Wasseraussprünge, feste Zäune und einen hohen Aufsprung auf einen Wall. Ansonsten entsprechen die französischen Hindernisrennen in etwa einer Art Miniaturausgabe der britischen Rennen.

Bei den Jagdrennen in Großbritannien und Irland können auch Amateurreiter antreten. Die Rennen ziehen das Publikum an und es werden auch im großen Stil Wetten abgeschlossen. Großbritannien verfügt über insgesamt 39 Jagdrennstrecken und Irland nennt 26 Jagdrennstrecken sein Eigen. Zu früheren Zeiten wurden Hindernisrennen ausschließlich im Winter veranstaltet. Mittlerweile finden die Rennen allerdings das ganze Jahr über statt. Die besten Pferde sind jedoch erst ab dem Spätherbst in der Rennbahn zu bewundern.




Der seit 1924 ausgetragene Cheltenham Gold Cup ist das höchstdotierte Rennen in Großbritannien. „Red Splash“ war der erste Sieger des Cheltenham Gold Cups. Deutlich mehr Geld spielte allerdings „Golden Miller“ ein, der den Cup von 1932 bis 1936 fünfmal für sich entscheiden konnte. Außerdem war „Golden Miller“ das einzige Pferd, das im gleichen Jahr auch noch den Grand National gewinnen konnte.

Viele der Pferde, die bei den Hindernisrennen zum Einsatz kommen, waren für die Galopprennbahn nicht schnell genug. Daneben gibt es auch spezielle Zuchten, die härtere Pferde für Hindernisrennen züchten.

In England und Irland dürfen Pferde erst mit einem Alter von dreieinhalb Jahren an Hindernisrennen teilnehmen. Für die Teilnahme an Jagdrennen müssen sie fünfjährig sein. Viele der erfolgreichsten Pferde in diesem Sport sind allerdings älter als zehn Jahre.

Amateurrennen

Analog zum Galopprennsport gibt es auch bei den Hindernisrennen Wettbewerbe für Amateurjockeys. Damit ein Jockey daran teilnehmen kann, muss er beim jeweiligen nationalen Jockeyclub anerkannt sein.

Es ist üblich, dass Amateurjockeys auch auf internationaler Ebene an Rennen teilnehmen. Darüberhinaus können sie auch bei Rennen mit professionellen Jockeys antreten.