Berufsbild: Jockey

Über folgende Eigenschaften sollte ein Jockey verfügen: Er sollte zäh, kämpferisch, klein und möglichst leicht sein. Im Idealfall bringt er ein Gewicht von etwa 50kg auf die Waage. Aufgrund seines Charakters, sollte es ihm allerdings auch leichtfallen ggf. überflüssige Pfunde abzutrainieren.

Der Beruf des Jockeys ist hart und nur wenige Menschen eignen sich dazu. Der Weg zum erfolgreichen Rennreiter ist weit. In Deutschland legt eine 3-jährige Ausbildung zum Pferdewirt/Berufsreiter mit Schwerpunkt Rennreiten den Grundstein. Während der Lehre werden die Pferde vom angehenden Jockey versorgt und im Training geritten. Später kommen dann auch kleinere Rennen dazu. Um sich wirklich Jockey nennen zu dürfen, muss man allerdings in mindestens 50 Rennen der Klasse A angetreten sein.




Profi-Jockeys sind selbstständig. Sie werden vom Pferdebesitzer oder Rennställen beauftragt. Dabei verdienen sie 50€ Reitgeld pro Ritt und mindestens fünf Prozent des erzielten Preisgeldes. Und natürlich leben sie auch für den Moment des Gewinnens, wenn sie in perfekter Balance mit dem Pferd im Team als Erster über die Ziellinie fliegen, angefeuert von den begeisterten Zuschauern.

Es sind überwiegend Männer, die den Beruf des Jockeys ausüben. Bei den weiblichen Jockeys, die nicht weniger erfolgreich als ihre männlichen Kollegen sind, ist oft ein Wechsel in den Trainerbereich zu beobachten.

Der älteste Jockey der Welt war der Ungar Pal Kallai, der noch mit 73 Jahren in den Rennsattel stieg und bis zu seinem Tod nach einem Schlaganfall im Oktober 2006, mehr als 3000 Rennen weltweit für sich entscheiden konnte.

Blick zurück

Ursprünglich wurden die Rennpferde von ihren Besitzern oder deren Stallburschen geritten. Die Wende brachte ein talentierter Reiter namens Sam Chifney, der sich im Jahr 1790 als erster Berufsjockey für die enorme Summe von 200 Schilling vom Prince of Wales anstellen ließ. Allerdings war seine Karriere nur von kurzer Dauer. Da ihm der Jockey-Club sehr misstraute, wurde er 1791 von Sir Charles Bunbury (erster Vorsitzender, Jockey-Club) zu „Fall gebracht“.

Rennreiten

Es gibt grundsätzliche Unterschiede zwischen dem „üblichen“ Reiten und dem Reiten in Rennen bzw. dem Reiten beim Training der Galopprennpferde. Der Jockey muss sein Gewicht genau über den Schwerpunkt des Pferdes bringen, damit es am leichtesten vom Pferd getragen werden kann. Außerdem muss er den Bewegungen des Pferdes folgen, um kein „totes Gewicht“ auf das Pferd zu bringen. Weiterhin muss er dafür Sorge tragen, dass der Luftwiderstand auf ein Mindestmaß begrenzt ist. Und dann muss der Jockey natürlich auch zu jeder Zeit die volle Kontrolle über das Pferd haben und in der Lage sein, das Tier zur besten Leistung zu bringen.

Beim Rennreiten sind die Steigbügel extrem kurz, was dazu führt, dass sich die Knie des Jockeys über dem Pferd befinden. Um sich abzustützen, nutzt der Jockey nur die Bügel. Seinen Rücken hält er parallel zum Rücken des Pferdes. Dafür braucht der Jockey eine besonders starke Muskulatur in den Oberschenkeln. Jockeys sind Hochleistungssportler, die gleichzeitig über „akrobatische“ Fähigkeiten für das Rennreiten verfügen müssen.