Pferdewetten

Jährlich werden weltweit Wettumsätze in dreistelliger Milliardenhöhe bei Pferderennen getätigt. Die Rennveranstalter dürfen davon rund 25% einbehalten, um Rennpreise und Betriebskosten der Bahn zu finanzieren.

In Deutschland sind nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz aus dem Jahr 1922 lediglich Wetten auf Pferdeleistungsprüfungen zugelassen. Da Galopprennen und Trabrennen letztlich reine Leistungsprüfungen für die Auslese zur Zucht sind, erfüllen sie die Auflagen des Gesetzgebers. Da es keine Förderung mit öffentlichen Mitteln für die Rennvereine gibt, erlaubt ihnen der Staat den Wettbetrieb zur Generierung von Einnahmen.

Um Wettskandalen vorzubeugen, dürfen Jockeys keine Wetten auf Rennen abschließen, in denen sie selbst an den Start gehen. Den Pferdebesitzern ist es allerdings erlaubt auf das eigene Pferd zu wetten.




Wettarten beim Pferderennen

Es werden verschiedene Wetten beim Pferderennen unterschieden:

Siegwette
Wer auf ein bestimmtes Pferd als Sieger des Rennens tippen will, schließt eine Siegwette ab. Dabei muss die Nummer des Pferdes auf dem Wettschein angestrichen werden.

Platzwette
Bei der Platzwette legt man sich lediglich darauf fest, dass ein bestimmtes Pferd auf einem Platz landet, also als Erster, Zweiter oder Dritter über die Ziellinie läuft. In Rennen wo weniger als sieben Pferde an den Start gehen, geht es nur um Platz eins und zwei. Bei der Platzwette hat man am meisten Chancen.

Zweierwette
Bei einer Zweierwette wettet man, dass zwei Pferde in einer bestimmten Reihenfolge als Erster und Zweiter ins Ziel einlaufen. Hierbei kann man auch die Zeile „Kombi“ anstreichen, womit die Zweierwette dann auch für die umgekehrte Reihenfolge gilt. Eine Kombi-Zweierwette kostet allerdings auch den doppelten Preis.

Dreierwette
Wie bei der Zweierwette wettet man auch bei der Dreierwette auf die Reihenfolge der einlaufenden Pferde. Dabei legt man sich jedoch auf die ersten drei Pferde und ihre Reihenfolge beim Zieleinlauf fest, was die Dreierwette zur schwierigsten Wette macht. Trotzdem ist die Dreierwette die beliebteste Art zu wetten.

Wetteinsätze

Unabhängig von der gewählten Art der Wette, kommt es darauf an, die richtigen Ergebnisse des Rennens zu tippen. Der Mindesteinsatz beträgt 1,00€. Nach oben gibt es keine Grenzen für die Wetteinsätze. Auch die Zahl der Wettscheine ist praktisch unbegrenzt und man kann so viele abgeben, wie man möchte.

Die Gewinne, die bei den Pferdewetten erzielt werden, sind steuerfrei und können mit etwas Glück auch hoch ausfallen. Der Elektrototo ermittelt, wer gewonnen hat. Dabei handelt es sich um eine Computeranlage, an die alle Wettschalter auf der Rennbahn angeschlossen sind. Dabei werden auch die sogenannten Vorwetten miteinbezogen. Bei Vorwetten handelt es sich um Wetten, die außerhalb der Rennbahn bei Wettannahmestellen abgeschlossen wurden.

Totalisator und Quoten

Alle eingesetzten Renngelder laufen im sogenannten Totalisator zusammen, wo sie dann ausgewertet und die Quoten errechnet werden. Totalisatoren dürfen ausschließlich von Pferdezucht- oder Rennvereinen betrieben werden. Der Totalisator stellt quasi das Wettgeschäft auf der Rennbahn dar.

Durch die Abgabe einer Wette spielt man gegen alle anderen Wetter und nicht gegen den Rennverein. Die Einsätze sämtlicher Wettarten gelangen in jedem Rennen in einen großen Topf. Anschließend werden 25% abgezogen (Einnahme des Rennvereins). Die restliche Summe wird in Form von Gewinnen ausgezahlt. Dabei ist die Quote ausschlaggebend für die Höhe des Gewinns. Die Quote wird immer auf Grundlage von 10€ Wetteinsatz angegeben. Wenn eine Quote von 150:10 vorliegt, erhält der Wetter pro 10€ Ansatz einen Gewinn von 150€. Falls weniger als 10€ eingesetzt werden, reduziert sich die Quote im selben Verhältnis.