Galopprennen – Lexikon der Rennbahn

Aufgalopp
Als Aufgalopp wird der ruhige Galopp, der auf dem Weg zum Start geritten wird, bezeichnet. Er dient zur Lockerung der Pferdemuskulatur und stellt eine Form des Aufwärmtrainings dar.

Blender
Mit dem Begriff Blender werden Rennpferde betitelt, die zwar über ein beeindruckendes, vielversprechendes Äußeres verfügen, allerdings hinsichtlich ihrer Rennleistungen nicht überzeugen können.

Blinkers
Blinkers sind spezielle Scheuklappen für schreckhafte Rennpferde. Die Blinkers sind an einer Kapuze befestigt und verhindern, dass das Pferd seitlich oder nach hinten blicken kann. Durch die eingeschränkte Sicht durch die Blinkers wird zudem einem Ausbrechen vorgebeugt, wenn die Jockeys die Gerte schwingen.




Crack
Das beste Pferd im Stall oder ein Sieger in großen Rennen wird als Crack bezeichnet.

Flieger
Flieger sind Rennpferde, die über besondere Sprinterqualitäten verfügen und über kurze Distanzen eine beachtliche Schnelligkeit entwickeln.

Führring
Der Führring ist der Platz auf der Rennbahn, wo die Pferde dem Publikum vor dem Rennen vorgestellt werden. So kann auch der Laie einen direkten Eindruck vom Zustand der einzelnen Pferde gewinnen. Bei der Vorstellung der Pferde im Führring sind Besitzer und Trainer anwesend. Sie geben dem Jockey letzte taktische Anweisungen, bevor sich dieser in den Sattel schwingt und vom Führring auf die Bahn reitet.

Geläuf
Als Geläuf wird der Boden der Rennbahn bezeichnet. Das Geläuf besteht in Europa traditionell aus gepflegtem, kurz geschnittenen Gras/Rasen (engl. Turf). Die ganzjährigen Rennen in Nordamerika werden auf einem Sand-Lehm-Gemisch (Sägespäne, Sand und Erde) abgehalten. Insgesamt ist der Zustand des Geläufs ein wichtiger Faktor, der den Ausschlag für Sieg oder Niederlage geben kann. Vor jedem Renntag wird deshalb mit einem sogenannten Penetrometer die Tiefe des Bodens gemessen und bekannt gegeben. Es gibt Rennpferde, die einen festen, trockenen Boden für Höchstleistungen benötigen, aber auch Pferde, die besser auf einem weichen oder schweren Geläuf zurechtkommen. Die letztgenannten werden im Rennbahn-Jargon auch als „Sumpfhühner“ bezeichnet.

Rails
Mit dem Begriff Rails werden die leichten Planken bezeichnet, die als seitliche Begrenzung des Geläufs dienen.

Rennfarbe
Jedem Rennpferdebesitzer ist eine registrierte Rennfarbe zugewiesen. Diese Rennfarbe spiegelt sich im Seidenblouson und in der Seidenkappe des Jockeys wieder.

Rennleitung
Die Rennleitung besteht in der Regel aus drei Personen, die das Rennen über das Rennbahnfernsehen genau verfolgen. Sie sind dabei für den korrekten und fairen Rennablauf verantwortlich. Die Rennleitung kann zur Ahndung von Verstößen Strafen verhängen oder auch Pferd und Reiter disqualifizieren, wenn es zu einer nicht regelkonformen Behinderung oder dem Nichtnutzen einer Siegchance gekommen ist.

Rennpreise
Der Ausdruck Rennpreise steht synonym für die Prämien, die die vier Erstplatzierten eines Rennens erhalten. Der Pferdebesitzer erhält immer 60% des Rennpreises.

Richterspruch
Mit dem sogenannten Richterspruch entscheidet der Zielrichter über den Rennausgang. Dabei legt er fest, ob das siegende Pferd überlegen, leicht, sicher oder im Kampf gewonnen hat. Daneben gibt es noch weitere Ausdrücke, die im Zusammenhang mit dem Richterspruch stehen und in der Regel Bezug auf den Abstand der Pferde nehmen: totes Rennen, Nase, kurzer Kopf, Kopf, Hals, ½ Länge, ¾ Länge, 1 – 10 Längen und Weile.

Steeple Chase
auch: Steeplechase
Übersetzt bedeutet Steeple Chase / Steeplechase soviel wie Kirchturmrennen. Der Begriff wird als Synonym für Hindernisrennen im Allgemeinen oder Jagdrennen im Speziellen verwendet.

Steher
Rennpferde, die auf Distanzen von über 2400m Bestleistungen erzielen, werden als Steher bezeichnet.

Totes Rennen
Rennen, wo der Zieleinlauf unentschieden ist, wo zwei (oder mehrere) Pferde ohne erkennbaren Unterschied auf gleicher Höhe durchs Ziel laufen, werden als totes Rennen bezeichnet. Die am Zieleinlauf beteiligten Pferde teilen sich in diesem Fall den Sieg bzw. Platz. Bei einem toten Rennen werden auch die Wetten auf beide Pferde ausgezahlt. In der Rennsportgeschichte gab es bislang nur ein totes Rennen, wo gleich drei Pferde gleichzeitig über die Ziellinie gelaufen sind.

Waage
Vor dem Rennen werden die komplett ausgerüsteten Jockeys zusammen mit dem Rennsattel gewogen. Wenn das Gesamtgewicht dabei geringer ausfällt, als das vom Ausgleicher ermittelte Renngewicht, werden zusätzliche Bleigewichte (Handicap) für den Sattel zugewiesen. Nach dem Rennen wird zur Kontrolle noch einmal zurückgewogen, um Manipulationen nach dem Wiegen auszuschließen.

Zielfoto
Auf dem Zielfoto ist der Einlauf der Pferde bildhaft festgehalten. Es unterstützt den Zielrichter im Zweifelsfall bei der Entscheidung über Sieg und Platzierungen. Für die Zuschauer wird das vergrößerte Zielfoto ausgehängt/eingeblendet.

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