Strukturen im Galopprennsport

Im Galopprennsport gibt es zunächst einmal den Pferdebesitzer, der Ausschlag für alle weiteren Faktoren gibt. Beim Eigentümer des Pferdes kann es sich um eine Einzelperson, eine Partnerschaft, ein Syndikat, ein Club oder jede andere Form von Geschäftsverbindung handeln.

Einer der bekanntesten Besitzer von Rennpferden ist Scheich (General Sheik) Mohammed bin Rashid Al Maktoum. Scheich Al Maktoum ist Mitglied einer der reichsten Familien der Welt und der Kronprinz von Dubai. Die Herrscherfamilie des Emirats Dubai besitzt Tausende von Pferden, die auf der ganzen Welt unter seinen Farben in Rennen antreten. Zusammen mit seinem Bruder hat Scheich Al Maktoum im Jahr 1992 den Rennstall Godolphin Imperium in Dubai (Hauptstallungen Al Quoz, Dubai) gegründet, wo millionenschwere Galopper gezüchtet und beherbergt werden. Bekannte Pferde im Zusammenhang mit dem Godolphin Imperium sind Daylami, Kayf Tara, Dubai Millenium und Lammtara. Lammtara wurde für die stolze Summe von 30 Millionen US-Dollar nach Japan verkauft.




Manche Pferdebesitzer halten die Pferde überwiegend als Hobby und weitreichende finanzielle Interessen. Andere halten die Pferde nur des Geschäftes wegen und nutzen beispielsweise auch die Kleidung des Jockeys für Werbezwecke. Gelegentlich ist es auch eine Mischung aus Hobby und Geschäft.

Einige Pferdebesitzer sind selbst Züchter. Andere decken ihren Bedarf, in dem sie ihre Pferde bei Züchtern kaufen.

Der (oder die) Pferdebesitzer beschäftigen einen Berufstrainer und einen Jockey. Der Berufstrainer ist für die Versorgung und für das Training als Vorbereitung für die Rennen des Pferdes verantwortlich. Die bekanntesten Trainer genießen besonderes Vertrauen bei den großen Pferdebesitzern. Nicht selten trainieren sie deshalb mehr als 200 Pferde gleichzeitig. Zur Bewältigung dieser Aufgaben greifen sie auf einen großen Mitarbeiterstab zu, angefangen vom Stallburschen bis hin zum Jockey.

In der Regel arbeiten Jockeys freiberuflich. Sie sind für das Reiten der Pferde zuständig und werden entweder vom Pferdebesitzer oder vom Trainer beauftragt. Unter den Jockeys gibt es heutzutage eine wachsende Zahl an Frauen. Jockeys werden am Gewinn beteiligt. Amateurjockeys sind nur bei kleineren Rennen anzutreffen.

Das Gestütswesen ist für die Lieferung von vielversprechenden Jungpferden zuständig. Dazu „werfen“ einige Züchter mehrere Hunderte junge Pferde – in der Regel Jährlinge auf den Markt. Andere beschränken sich auf ein bis zwei Pferde, die sie pro Jahr zur Auktion bringen. Die Preise erreichen dabei oft erstaunliche Höhen. Der teuerste Verkauf eines Jährlings war im Jahr 1985. Er wechselte für die stolze Summe von 3,1 Millionen Britische Pfund den Besitzer. Die meisten Pferde für Galopprennen werden über Auktionen verkauft. Die bekanntesten Auktionshäuser für Rennpferde sind Tattersall (Newmarket) und Keeneland (Kentucky).