Jagdreiten – Brauchtum

Mit dem Jagdreiten bzw. mit Reitjagden und Schleppjagden sind verschiedene Bräuche und Traditionen verbunden, die wir Ihnen an dieser Stelle kurz vorstellen wollen:

Meutehunde

Bei Jagdreiten, die als Schleppjagden durchgeführt werden, ist es den Reitern nicht gestattet, in die Nähe der Hunde zu kommen. Wenn der Ruf „Die Hunde!“ ertönt, müssen alle männlichen Reiter, die an der Jagd teilnehmen, ihre Kappen oder ihre Hüte ziehen. Der schlimmste Fauxpas, der beim Jagdreiten passieren kann, ist die Verletzung eines Hundes durch einen Pferdetritt.

Bügeltrunk, Carée und Halali

Traditionell wird vor dem Abritt der so genannte Bügeltrunk gereicht. Die Meutehunde erhalten zum Ausklang der Schleppjagd das so genannte Curée. Beim Curée handelt es sich um eine belohnende Hundemahlzeit aus Pansen. Dazu ziehen alle Reiter ihre Kappen bzw. Hüte, um den Hunden Dank und Achtung zu erweisen und rufen dabei „Halali!“.




Bruch

Anschließend steckt der Jagdherr allen teilnehmenden Reitern einen Bruch ans Revers. Der Bruch besteht vor dem 3. November (Hubertustag) aus Eichenzweigen. Nach dem 3. November wird ein Bruch aus Fichtenzweigen angesteckt.

Fuchsschwanzausreiten

Früher wurde im Anschluss an die Jagd noch das Fuchsschwanzausreiten veranstaltet. Dazu wurde einem Reiter ein Fuchsschwanz an die Schulter geheftet. Die anderen Teilnehmer an der Jagd mussten ihm diesen dann entreißen. Für die Pferde bedeutete das Fuchsschwanzausreiten eine enorme Belastung. Sie hatten sich gerade erst von der langen, anstrengenden Jagd soweit erholt, dass sich die Muskulatur allmählich entspannte und die Werte für Puls und Atmung sich wieder dem Normalzustand annäherten, als sie durch das Fuchsschwanzausreiten erneut zu Hochleistung angetrieben wurden. Häufig kam es deshalb dabei zu Verletzungen der Pferde. Aus diesem Grund wird heute meistens auf das Fuchsschwanzausreiten am Ende einer Reitjagd verzichtet.

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