Schlaufzügel

Schlaufzügel sind wie die Ausbindezügel eine einfache Form der Hilfszügel. Sie haben eine Länge von jeweils etwa 2,75 Meter. Erfinder der Schlaufzügel soll der Herzog von Newcastle gewesen sein, der die Schlaufzügel selber mit brachialer Gewalt bei seinen Pferden handhabte.

Die Befestigung der Schlaufzügel erfolgt am Sattelgurt. Die Schlaufzügel verlaufen zwischen den Vorderbeinen des Pferdes hindurch nach oben von innen nach außen durch die Gebissringe zur Hand des Reiters. Um den Reibungswiderstand bei Streckbewegungen des Pferdes niedrig zu halten, müssen die Schlaufzügel mit ihren glatten Seiten in den Gebissringen hin und her gleiten.

Beim Einsatz von Schlaufzügel reitet der Reiter mit zwei Paar Zügeln.




Grundsätzlich sind Schlaufzügel als Hilfszügel für Pferde gedacht, die eine schwache, verhärtete oder anatomisch ungünstige Rücken- und Halsmuskulatur aufweisen. Durch die Schlaufzügel sollen diese Pferde zu losgelassener Dehnung und Streckung nach vorwärts-abwärts animiert werden, womit eine Stabilisierung des durchlaufenden Spannungsbogens von der untergesetzten Hinterhand bis zum kauenden Maul des Pferdes bewirkt wird. Dabei darf keine Gewalteinwirkung stattfinden.

Schlaufzügel sind ein wirkungsvolles Hilfsmittel, um den Kopf des Pferdes nach unten zu bringen und es an den Zügel zu reiten. In der Praxis sind jedoch sehr oft Fehler in der Anwendung der Schlaufzügel zu beobachten. Einige Reiter setzen die Schlaufzügel dazu ein, ohne Hilfe von hinten eine steife Kopfhaltung des Pferdes hinter dem Gebiss zu erzwingen. Schlaufzügel sollten deshalb nur von Reitern verwendet werden, die über ausreichende Erfahrung und Kenntnisse verfügen.

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