Westernsattel

Der Westernsattel geht auf die spanischen Sättel zurück, die im16. Jahrhundert mit den spanischen Eroberern nach Amerika gelangten. Ursprünglich waren die Sättel für die Schlacht ausgelegt. Durch hohe Vorderzwiesel, hohe Hinterzwiesel und lange Steigbügelriemen sollte es dem reitenden Soldaten erleichtert werden, während des Kampfes im Sattel zu bleiben.

Die Form des Sattels wurde von frühen mexikanischen Farmern übernommen, während sie den Sattel zu einem Cowboysattel weiterentwickelten, der ideal auf die harten Anforderungen der Farmarbeit zugeschnitten war. So wurde die Sitzfläche beim Westernsattel sehr breit und bequem ausgeführt, damit sich der Reiter auch über viele Stunden hinweg darin „wohlfühlen“ kann.




Auffällig beim Westernsattel ist ein hohes Gewicht. Aufgrund seines breiten Skirts (Sattelschürze) verteilt sich dieses Gewicht jedoch auf eine große Fläche. Der Westernsattel ist mit sehr breiten Steigbügelriemen ausgestattet, die als Fender bezeichnet werden. Für den Reiter bringen die Fender eine größere Bequemlichkeit mit sich und bieten dem reiterlichen Bein zudem einen Schutz vor den verschwitzten Flanken des Pferdes. Die Steigbügel beim Westernsattel sind gewöhnlich sehr breit. Sie werden meist aus Holz und Rohleder hergestellt. Am Vorderzwiesel des Westernsattels befinden sich das Sattelhorn und so genannte Swells, die für die Arbeit mit Vieh entwickelt wurden.

Der Westernsattel ist mit zwei Gurten ausgestattet, die mit dem Begriff Cinch bezeichnet werden. Der vordere Cinch sollte hinter dem Ellenbogen des Pferdes liegen, während der hintere Cinch hinter dem Reiterbein liegen sollte. Der hintere Cinch (Backcinch) dient dazu, den Westernsattel in seiner Lage zu halten, wenn der Cowboy ein Tier mit dem Lasso eingefangen und das Lasso anschließend an das Sattelhorn gebunden hat. Vorderer und hinterer Cinch werden mit einem Riemen unter dem Pferdebauch miteinander verbunden.

Der überwiegende Teil der Westernsättel kann problemlos auf den meisten Pferden verwendet werden. Westernsättel wurden so konzipiert, dass die Cowboys ihre Sättel mühelos auf mehreren Pferden einsetzen konnten.

Unter den Westernsattel werden als zusätzliche Schutzmaßnahme für das Pferd ein oder zwei dicke gefaltete Decken (Sattelpads) oder Sattelpolster aus Filz gelegt.

Westernsättel bestechen oft durch aufwändige Verzierungen. Insbesondere Westernsättel, die für den Einsatz auf Turnieren oder Schauveranstaltungen gedacht sind, weisen sehr auffällige Punzierungen und Silberbeschläge auf.

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